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Wirtschaft VW: Der neue Riese nimmt Formen an
Nachrichten Wirtschaft VW: Der neue Riese nimmt Formen an
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22:36 17.07.2009
Von Lars Ruzic
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Hinzu kommt das Emirat Katar mit 15 bis 20 Prozent der Aktien. Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, die das Sportwagengeschäft betreibt, schlüpft als zehnte Marke unter das VW-Dach. Zunächst zu 49 Prozent, später vielleicht auch komplett.

Dieses von Volkswagen, Porsche-Gesellschafter Ferdinand Piëch und Niedersachsen favorisierte Modell hat sich offenbar inzwischen innerhalb der Eigentümerfamilien durchgesetzt. Offiziell verabschiedet wird es am kommenden Donnerstag während der aufeinanderfolgenden Aufsichtsratssitzungen von VW und Porsche in Stuttgart. Erst dann kann auch die Personalie Wendelin Wiedeking endgültig geregelt werden, wenn der Porsche-Lenker nicht zuvor freiwillig seinen Hut nimmt.

Der Weg zum neuen VW-Konzern ist allerdings mehr als komplex. Das Emirat Katar ist offensichtlich allein an den VW-Optionen interessiert, die Porsche noch in Aktien umwandeln muss. Diese rund 20 Prozent, die noch bei den Banken liegen, haben nach Medienberichten einen Wert von 5 Milliarden Euro. Die inzwischen mehr als 10 Milliarden Euro schwere Schuldenlast der Dachgesellschaft Porsche SE wird damit jedoch nicht maßgeblich gemindert. Dem Vernehmen nach bietet VW rund 4 Milliarden Euro für den 49-Prozent-Anteil an der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.

Im Gespräch ist zudem eine Kapitalerhöhung in Höhe von 5 Milliarden Euro, die durch die Familien getragen werden soll. Entsprechend blieben sie in der Porsche SE unter sich. Diese Dachgesellschaft würde dann zunächst die 51-prozentigen Anteile am VW-Konzern und dem Porsche-Sportwagengeschäft sowie einige kleinere Töchter wie das Beratungsunternehmen Porsche Consulting oder den Dienstleister Porsche Design kontrollieren. Ob sich die Dachgesellschaft später auflöst und die Familien direkt bei VW beteiligt werden, ist noch offen. Unklar ist in dem Zusammenhang, ob der Clan auch die Salzburger Porsche Holding ins Geschäft mit einbringen muss.

Dahinter steht einer der größten Autohändler Europas mit einem Umsatz von 13,7 Milliarden Euro und mehr als 20.000 Mitarbeitern, der in 18 Ländern Porsche und alle VW-Marken vertreibt. Das Unternehmen gehört derzeit ebenfalls den Porsches und Piëchs, doch hat auch VW ein Auge darauf geworfen. Ohnehin scheint der Expansionsdrang der Wolfsburger noch nicht gestoppt.

Über eine Beteiligung am japanischen Suzuki-Konzern wird bereits spekuliert, auch eine Ausweitung des Anteils am Lastwagen- und Maschinenbauer MAN ist immer wieder im Gespräch. In einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ hielt sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff zu der Frage bedeckt. „Es gibt den Spruch: Auf der Pirsch schweigt der Jäger“, sagte er.