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Wirtschaft VW-Aufsichtsratschef Piëch überträgt Vermögen auf Stiftung
Nachrichten Wirtschaft VW-Aufsichtsratschef Piëch überträgt Vermögen auf Stiftung
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21:03 19.09.2010
Der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will mit einer Stiftungslösung sein Firmenimperium bewahren.
Der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will mit einer Stiftungslösung sein Firmenimperium bewahren. Quelle: dpa
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Der 73 Jahre alte Piëch wolle vermeiden, dass die Erben später Teile des Firmenvermögens verkauften. Das Vermächtnis ist somit von großer Bedeutung für die Zukunft Autokonzerns.

„Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen“, sagte Piëch dem „Focus“. „Deswegen und im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich mich – ähnlich, wie Bosch es getan hat – für die Stiftung entschieden.“ Er ist überzeugt, mit dieser Konstruktion eine stabile Lösung gefunden zu haben. „Dabei weiß ich die Mehrheit meiner Erben hinter mir.“ Dies lässt wiederum den Schluss zu, dass eine Minderheit der Nachkommen lieber eine andere Lösung hätte.

Nach Informationen des Magazins sind denn auch nicht alle der zwölf Kinder begeistert vom letzten Willen des Vaters. Angeblich prüften einige juristische Schritte, weil sie nicht ohne Weiteres an das Erbe herankommen könnten. Vor allem ein Verkauf der Porsche-Anteile werde durch das Statut der Stiftung nahezu unmöglich gemacht. Nur wenn Vorstand und Beirat der Stiftung dafür votierten sowie mindestens neun der zwölf Piëch-Kinder zustimmten, könne der Nachlass veräußert werden. In der Stiftung hätten zudem nicht alle Kinder die gleichen Rechte: Die ehelichen Kinder würden nach den Stiftungsurkunden bessergestellt.

Solange Piëch lebt, hat in den Privatstiftungen Ferdinand Karl Alpha und Ferdinand Karl Beta laut „Focus“ nur er selbst das Sagen. Die Stiftungsurkunden regelten detailliert, wie mit den Beteiligungen umgegangen werden soll. Ehefrau Ursula spiele dabei eine überragende Rolle. Die 19 Jahre jüngere Frau soll demnach das Vermächtnis bewahren – mit einer Einschränkung: Trennt sich das Ehepaar oder heiratet Ursula nach Piëchs Tod wieder, verliert die einstige Kindergärtnerin alles: ihre Stellung als Stifterin und den Sitz im Stiftungsbeirat.

Der Volkswagen-Betriebsrat lobte Piëchs Nachlassregelung. „Dass Herr Dr. Piëch eine ganz besondere Beziehung zum Volkswagen-Konzern und den Belegschaften hat, ist schon lange bekannt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. Dies sei mit den Stiftungsgründungen, die schon einige Jahre zurücklägen, noch einmal in besonderer Weise unterstrichen worden. „Für die Arbeitnehmer ist dies ein positives Signal der nachhaltigen Stabilität.“

Der Sportwagenhersteller Porsche soll nach dem verlorenen Übernahmekampf schrittweise in den Volkswagen-Konzern integriert werden. Piëch ist dem Bericht zufolge mit knapp 7 Prozent an der Porsche Automobil Holding beteiligt, die wiederum die Mehrheit an den Autoherstellern Porsche und Volkswagen innehat. Außerdem hält er eine zehnprozentige Beteiligung an der Salzburger Porsche Holding, Europas größtem Autohändler. Dieser Vetriebsarm soll ebenfalls in den VW-Konzern eingegliedert werden.

dpa / dis

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