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Wirtschaft VHV aus Hannover gewinnt Marktanteile
Nachrichten Wirtschaft VHV aus Hannover gewinnt Marktanteile
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12:28 16.04.2010
Von Albrecht Scheuermann
Seit einem Jahr ist in diesem Neubau ein Teil der hannoverschen VHV-Zentrale untergebracht.
Seit einem Jahr ist in diesem Neubau ein Teil der hannoverschen VHV-Zentrale untergebracht. Quelle: Ralf Decker
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Ihr Vorstandsvorsitzender Uwe H. Reuter berichtete am Donnerstag über einen Anstieg der Beitragseinnahmen um fast 6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro im zurückliegenden Jahr. „Die VHV-Gruppe hat sich in diesem schwierigen Umfeld sehr gut behauptet und ist erneut marktüberdurchschnittlich gewachsen“, erklärte Reuter. Auch die ersten Monate des Jahres stimmten das Unternehmen „vorsichtig optimistisch“.

Nach VHV-Angaben stiegen die Marktanteile in Deutschland in der Autoversicherung vergangenes Jahr auf 4,56 (Vorjahr: 4,22) Prozent. Im Geschäft mit dem Baugewerbe – der traditionellen Spezialität der VHV – kletterte der Anteil von 16,6 auf 18 Prozent. In der Lebensversicherung wuchs der Marktanteil der VHV-Tochter Hannoversche Leben demnach auf 0,84 (Vorjahr: 0,78) Prozent.

Für Reuter zeigen die Zugewinne, dass in den vergangenen Jahren die „richtigen strategischen Weichenstellungen“ vorgenommen wurden. Unter anderem hat die VHV ihre Geschäftsabwicklung in eine getrennte Gesellschaft ausgegliedert, die Hannoversche Leben übernommen und die Kapitalausstattung erheblich verbessert. Zudem dürfte der geschäftliche Erfolg nach Einschätzung des Vorstandes auch mit der Verpflichtung der beiden Fernsehstars Dieter Bohlen und Anke Engelke als Werbeträger für die VHV beziehungsweise die Hannoversche Leben zusammenhängen. „Die Werbung mit Bohlen funktioniert besser, als ich gedacht habe“, räumte Reuter ein.

Nicht so zufrieden ist man jedoch mit der Schadenentwicklung in der Autoversicherung. Schadenaufwand und Verwaltungskosten erreichten zusammengefasst 105,4 Prozent der Beitragseinnahmen, wie der Vorstandssprecher VHV Allgemeine, Thomas Voigt, berichtete. Im Kfz-Flottengeschäft – insbesondere mit Unternehmen der Bauwirtschaft – erreichte diese sogenannte Combined Ratio sogar 113 Prozent. Voigt unterstrich aber, dass das Geschäft aufgrund der hohen Kapitalreserven immer noch profitabel sei. Gleichwohl will man sich jetzt bei der VHV bemühen, die Quote wieder auf 100 Prozent zu drücken.

Traumhaft günstige Verhältnisse herrschen dagegen offenbar in der Kautionsversicherung mit insgesamt rund 40 000 Firmenkunden aus der Bauwirtschaft. Dies bescherte der VHV im Verhältnis zu den Einnahmen so geringe Aufwendungen, dass Schäden und Kosten nur knapp 50 Prozent der Prämien aufbrauchten.

Die Hannoversche Leben konnte nach Angaben ihre Vorstandssprechers Frank Hilbert vergangenes Jahr insbesondere das Geschäft mit Risikolebensversicherungen deutlich steigern. Das neuerdings von der Aufsicht kritisch beäugte Geschäft mit Einmalbeiträgen konzentriert sich bei der Hannoverschen Leben laut Hilbert zu mehr als 90 Prozent auf ältere Bestandskunden, die frei werdendes Geld in eine Rentenversicherung stecken. Das in die Diskussion geratene kurzfristige reine Anlagegeschäft sei dagegen bei der Hannoverschen Leben sogar gesunken.

Insgesamt steuerte die Lebensversicherung knapp 40 Prozent zu den Einnahmen der Gruppe bei. Diese verfügte Ende 2009 über 13,3 Milliarden Euro an Kapitalanlagen. Rund ein Zehntel davon entfielen auf Eigenmittel. Das Wachstum hat auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im laufenden Jahr will sie laut Reuter fast 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Ende 2009 waren es umgerechnet 2350 Vollzeitarbeitsplätze oder rund 2800 Mitarbeiter. Etwa 2000 von ihnen sind in Hannover beschäftigt.