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00:20 26.04.2019
Autotransport bei Seelze: Exportorientierte Unternehmen wie VW leiden unter der US-Handelspolitik und dem Brexit. Quelle: dpa
Hannover

Die Wirtschaft in Niedersachsen stagniert zurzeit aufgrund einer gesunkenen Nachfrage aus dem Ausland. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) unter 2000 Firmen im Bundesland hervor. „Die Vielzahl an Exportrisiken und die damit verbundene globale Abschwächung haben den Aufschwung ausgebremst“, erklärte IHKN-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage am Dienstag in Hannover. Die Gefahr einer Rezession bestehe aber nicht.

Das Wachstum der Industrie, zu der zum Beispiel Autohersteller und Maschinenbauer gehören, sei durch die schwächelnden Exporte zum Stillstand gekommen. „Die alten Aufträge sind abgearbeitet, neue kommen weniger hinzu“, sagte Schrage. Die Exporterwartungen der Firmen sanken laut Umfrage auf den niedrigsten Wert seit 2009. Deshalb revidierten sie auch ihre Pläne für Investitionen und Beschäftigung nach unten. Neueinstellungen seien in der Industrie nicht mehr zu erwarten, sagte Schrage. Als Gründe sieht die IHKN vor allem die US-Handelspolitik und den Brexit.

Bundesweit verläuft die Entwicklung laut einer neuen Konjunkturumfrage des Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ähnlich. „Vor allem das Auslandsgeschäft verliert deutlich an Schwung“, teilte das IW am Dienstag mit. Man rechne deshalb nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von knapp 0,7 Prozent im laufenden Jahr. Die IHKN gehen für Niedersachsen von einem Zuwachs von „maximal einem Prozent“ aus.

„Wir dürfen die Konjunktur nicht schlechter reden, als sie ist“, betonte Schrage am Dienstag. Die Lage bleibe aufgrund „vieler stabilisierender Faktoren“ insgesamt relativ gut. Dazu zählten vor allem der wachsende Konsum sowie Investitionen in Bauten und Anlagen. Der umfassende Konjunkturklima-Indikator der IHKN ging zwar zum fünften Mal in Folge zurück, liegt mit 110 Punkten aber nach wie vor über dem Durchschnitt der letzten beiden Jahrzehnte.

Besonders gut laufen die Geschäfte laut der Umfrage in der Baubranche: Die Unternehmen sind voll ausgelastet und können mangels Fachkräften ihre Kapazitäten nicht ausbauen – die Folge sind steigende Preise. Relativ gut geht es auch Banken, Dienstleistern und Händlern. Die steigenden Einkommen der Konsumenten lassen die Umsätze in den Geschäften weiter steigen. Nur Verkäufer von Elektronik, Büchern und Schuhen rechnen wegen der Online-Konkurrenz mit rückläufigen Umsätzen.

Mit Blick auf die öffentlichen Haushalte sei eine Warnung aber durchaus gerechtfertigt, meinte Schrage. Finanzminister und kommunale Kämmerer hätten sich an sprudelnde Steuereinnahmen gewöhnt, diese würden nun aber wieder zurückgehen.

Job-Prognose wackelt

Im Januar hatte die IHKN prognostiziert, dass die niedersächsischen Firmen 2019 insgesamt rund 40.000 neue Arbeitsplätze schaffen. „Ich bin nicht sicher, ob die Prognose haltbar ist“, sagte Schrage am Dienstag. Viele große Firmen würden eher Jobs ab- als aufbauen. Genaueres zur Entwicklung des Arbeitsmarktes könne man aber erst im Sommer sagen. Bislang gehe es nur um Tendenzen. In den letzten Monaten waren neue Stellenabbaupläne unter anderem von VW und der Nord/LB bekannt geworden. Im Vorjahr hatte die niedersächsische Wirtschaft insgesamt noch über 60.000 neue Jobs geschaffen.

Auch bundesweit zeigt der Arbeitsmarkt sich 2019 weniger dynamisch als in den Vorjahren. Laut IW wird die Zahl der Erwerbstätigen um 0,8 Prozent auf über 45 Millionen steigen. In den vergangenen drei Jahren hatte die Zahl jeweils um 1,3 bis 1,4 Prozent zugelegt. Insgesamt seien die Aussichten für 2019 und 2020 eingetrübt, aber nicht alarmierend, sagte IW-Direktor Michael Hüther. „Es besteht kein Grund, Konjunkturprogramme oder ähnliche ausgabenseitige Stabilisierungsmaßnahmen aufzulegen.“

Kommentar: Prognosen unter Vorbehalt

Von Christian Wölbert

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