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18:21 13.08.2015
Einst ein Aushängeschild der Telekom: T-Online Stand auf der Cebit in Hannover.
Einst ein Aushängeschild der Telekom: T-Online Stand auf der Cebit in Hannover. Quelle: Rainer Jensen (Archiv)
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Bonn/Köln

T-Online und der Telekom-Werbevermarkter Interactive Media werden bei dem Deal insgesamt mit 300 Millionen Euro bewertet.

Ströer zahlt den Preis nicht in bar, sondern lässt die Telekom bei sich einsteigen. Die Aktien dafür will sich Ströer mit einer Kapitalerhöhung besorgen.

Das Unternehmen will mit der Übernahme noch größer in das Geschäft mit Online-Werbung einsteigen. Bekannt ist Ströer vor allem für die Vermarktung von Außenwerbung, also etwa auf Plakaten, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Werbebanden in Fußballstadien. Interactive Media vermarktet zum Beispiel Werbeplätze für gutefrage.net, kicker.de oder AutoScout24. T-Online ist laut Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) das größte deutsche Internetportal, vor Ebay, bild.de und Focus Online - allerdings wird zum Beispiel die Suchmaschine Google bei der Messung nicht berücksichtigt.

Ströer-Chef Udo Müller erhofft sich mit dem Deal auch Einsparungen bei den Kosten für Nachrichten. „Jetzt bekommen wir die Möglichkeit, beispielsweise Inhalte von T-Online auf unseren öffentlichen Screens zu zeigen“, sagte Müller. „Der Deal ermöglicht uns einen weiteren Schritt, um verschiedene Kanäle miteinander zu vernetzen.“ Auf dem T-Online-Portal selbst solle es unter Ströer-Regie nicht mehr Werbung als bisher geben.

Das Bundeskartellamt muss dem Geschäft noch zustimmen. Mit der Übernahme würde Ströer zum mit Abstand größten Online-Vermarkter Deutschlands. Das Unternehmen liegt in diesem Markt laut AGOF bereits auf Rang Eins. Dahinter folgen Axel Springer Media Impact und bei der Reichweite fast gleichauf die Noch-Telekom-Tochter Interactive Media. Müller zeigt sich zuversichtlich, dass das Bundeskartellamt die Übernahme genehmigt.

„T-Online.de ist mit einer Marge von 35 Prozent auch hochprofitabel“, sagte Müller. Aufs Jahr gerechnet würden T-Online und Interactive Media mehr als 100 Millionen Euro zum Ströer-Umsatz beitragen. Klappt die Übernahme, würde die Telekom zu einem der größten Ströer-Aktionäre werden. Der Konzern werde nach dem Geschäft abhängig vom Aktienkurs voraussichtlich rund 11 bis 13 Prozent an Ströer halten. So wolle sie an möglichen Wertsteigerungen mitverdienen, sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme.

Von Felix Frieler

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