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Wirtschaft Telekom fordert je eine Million Euro von Ricke und Zumwinkel
Nachrichten Wirtschaft Telekom fordert je eine Million Euro von Ricke und Zumwinkel
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20:40 22.04.2009
Da war die Welt noch in Ordnung: Zumwinkel und Ricke Hauptversammlung der Telekom in der TUI-Arena. Quelle: Christian Behrens
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Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) berichtet, hat eine Kölner Anwaltskanzlei entsprechende Schreiben an den früheren Vorstandsvorsitzenden Ricke und den ehemaligen Aufsichtsratschef Zumwinkel verschickt. Darin würden die beiden Ex-Manager aufgefordert, im Zusammenhang mit dem Bespitzelungsskandal jeweils 994.050,53 Euro Schadenersatz zu leisten.

Die Kanzlei hatte laut „SZ“ im Auftrag des Vorstands und des Aufsichtsrates wochenlang die Ansprüche geprüft und den Managern nun die Forderungen präsentiert. Ein Telekom-Sprecher wollte zu dem Bericht am Mittwochabend gegenüber der Nachrichtenagentur AFP keine Stellung nehmen. Er wiederholte lediglich eine Erklärung vom Wochenende, wonach Zumwinkel ein „anwaltliches Anspruchsschreiben“ zugesandt worden sei.

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Die Telekom hat nach Angaben von Ermittlern in den Jahren 2005 und 2006 die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten der Telekom, Angehörigen des Betriebsrats, von Journalisten, aber auch von Dritten wie Verdi-Chef Frank Bsirske ausgespäht. Ricke und Zumwinkel wird vorgeworfen, die Bespitzelung in Auftrag gegeben zu haben. Die Forderungen könnten sich nach „SZ“-Informationen sogar noch erhöhen, denn die Telekom habe den bespitzelten Mitarbeitern zugesagt, ihre Anwaltskosten zu übernehmen. Diese müssten dann auch, zumindest teilweise, von Ricke und Zumwinkel getragen werden.

Die Staatsanwaltschaft Bonn werde das Ermittlungsverfahren in dieser Datenaffäre voraussichtlich im Sommer abschließen, berichtete die „SZ“ weiter. Die Ermittler halten es demnach auch für möglich, dass Ricke und Zumwinkel vor Gericht erscheinen müssen.

AFP