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Wirtschaft Tanker-Attacken am Golf: Darum steigen die Spritpreise vorerst nicht
Nachrichten Wirtschaft Tanker-Attacken am Golf: Darum steigen die Spritpreise vorerst nicht
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15:20 14.06.2019
US-Außenminister Mike Pompeo macht dem Iran nach den Attacken auf Tankschiffe heftige Vorwürfe. Quelle: imago images / ZUMA Press
Hannover/Hamburg

Angesichts der brennenden Tanker im Golf von Oman werden Erinnerungen wach: Stets hatten Krisen im Nahen Osten auch Auswirkungen auf den Ölpreis und damit auf die Geldbörsen von deutschen Autofahrern und Besitzern von Ölheizungen. Doch dieses Mal könnte es anders kommen – auch wenn die Mineralölwirtschaft schon vor steigenden Preisen warnt.

Denn die Ölmärkte reagierten am Donnerstag relativ entspannt auf die Attacken: Der Ölpreis schoss kurz hoch, sank im Laufe des Tages aber wieder auf das Ausgangsniveau. Und am Freitag hinterließen die Vorwürfe der USA in Richtung Iran fast gar keine Spuren beim Ölpreis. Dabei haben die Schuldzuweisungen durchaus geopolitische Sprengkraft.

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Das ist bisher über die Tanker-Angriffe bekannt

Die Spannungen am Golf hält auch Rainer Wiek, Experte beim „Energie Informationsdienst“, für „eine veritable Krise“. Schließlich passierten 32 Prozent der globalen Ölproduktion die Meeresenge. Trotzdem sagt Wiek: „Wenn da nicht die ganz große Eskalation kommt, sehen wir kein anderes Preisniveau.“

Ein Plakat in Teheran erinnert an den Tanker-Krieg vor 30 Jahren: „Wir haben sie alle ertränkt“ heißt es auf dort – in Erinnerung an den damaligen eintägigen bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Iran. Ausgelöst worden war dieser durch iranische Attacken auf Tanker im Golf von Oman. Quelle: AP/dpa

Der Golf ist nicht mehr „Öl-Herz der Welt“

Dass die Märkte bislang gelassen mit dem Konflikt umgehen, überrascht Wiek nicht. Denn ihm zufolge hat die Ölproduktion im Nahen Osten längst nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher. „Der Golf ist nicht mehr das Öl-Herz der Welt“, erklärt Wiek angesichts deutlich gesteigerter Öl-Fördermengen in den USA.

Dort wird mittlerweile im großen Stil Öl gewonnen, oft mittels unkonventioneller Bohrtechniken. „Das hat den Markt komplett verändert“, so Wiek. Preisausschläge durch einzelne Krisen würden so abgemildert, zudem habe die aktuelle Krise am Golf ja bisher keine reale Verknappung des weltweiten Ölangebots bewirkt.

Hinzu komme, dass der Ölpreis zuletzt ohnehin gesunken sei. Denn die schwächelnde Weltkonjunktur drückt nach Wieks Angaben auf die Nachfrage. Zwar habe die OPEC mittlerweile die Fördermengen reduziert und so das Angebot verknappt, „aber die USA produzieren ja wie verrückt weiter.“

Deutsche Raffinerien laufen nicht auf Maximum

Für die Preise an deutschen Tankstellen sind die Weltmarktpreise für Rohöl ohnehin nicht der einzige entscheidende Faktor. „Die Preisbildung vom Weltmarkt bis zum Kunden geht über die geopolitische Ebene hinaus“, erläutert Wiek.

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Das erklärt, warum der Preissturz beim Rohöl in den vergangenen Wochen noch nicht bei deutschen Kunden angekommen ist. Denn die Verarbeitung des wertvollen Rohstoffes in Deutschland läuft laut Wiek nach Problemen mit hiesigen Pipelines und Raffinerien nicht auf vollen Touren.

Außerdem steht der Sommer und damit die Ferienzeit an, was nach Angaben von Wiek ebenfalls für höhere Benzinpreise sorgt. „Das sehen wir aber immer zum Saisonwechsel“, so der Energieexperte.

Er warnt aber auch, dass eine Verschärfung des Konflikts am Golf sich durchaus an Tankstellen widerspiegeln würde. „Wenn es in der Region wirklich brennt, hat das natürlich Auswirkungen“, so Wiek.

Von RND/Christoph Höland

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