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Nachrichten Wirtschaft Poker um Verkauf der Real-Märkte geht in neue Runde
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07:00 06.12.2019
Die Real-Märkte sollen neue Eigentümer bekommen: Der Metro-Konzern will sich von der Kette trennen. Quelle: Metro
Düsseldorf/Hannover

Beim geplanten Verkauf der Supermarktkette Real bahnt sich eine Wende an. Der Handelskonzern Metro will die Sparte nicht länger an ein Konsortium um den Immobilienkonzern Redos abgeben. Stattdessen gilt jetzt eine Bietergemeinschaft um den Investor X+Bricks als Favorit – die Metro habe exklusive Verhandlungen mit diesem Unternehmen begonnen, teilte der Konzern am Donnerstag in Düsseldorf mit. Die Verhandlungen mit Redos seien damit beendet.

Das mit X+Bricks vereinbarte Konzept sieht eine Veräußerung von Real als Ganzes vor. Es umfasst das operative Geschäft von Real, den Onlinemarktplatz sowie 80 Immobilien, die bisher Metro gehören. Die Absichtserklärung sieht den Weiterbetrieb eines Kerns von Real-Märkten vor. Der Großteil der Standorte solle an andere Händler verkauft werden, erklärte der Konzern. Ziel sei es, die Verhandlungen bis Ende Januar 2020 abzuschließen.

Real schreibt Verluste

Die rund 270 Real-Supermärkte mit ihren 34 000 Beschäftigten schreiben seit Jahren Verluste. Die Metro hat im Mai 385 Millionen Euro wegen der Tochter abschreiben müssen. Vor rund einem Jahr hatte Metro-Chef Olaf Koch angekündigt, sich von der Einzelhandelskette zu trennen. Sie passt nicht mehr zu seiner Strategie, die Geschäfte des Konzerns auf den Großhandel zu konzentrieren. Für Interessenten aus dem Einzelhandel ist eine Übernahme von Real schwierig, weil möglicherweise ein Veto des Bundeskartellamtes droht. Die Zahl der Konkurrenten in der Branche ist schon heute überschaubar.

Deshalb kamen die beiden Immobilienspezialisten ins Spiel. Die Metro hatte zunächst das Angebot von Redos favorisiert: Der Bieter wollte 50 bis 60 Real-Märkte übergangsweise zusammen mit der Metro betreiben und den Rest an andere Interessenten veräußern. Doch der Prozess stockte: Beim Kartellamt sind erst 101 Real-Standorte zum Verkauf angemeldet – 87 davon sollten an Edeka gehen. Der Edeka-Konkurrent Kaufland hingegen, der mit dem Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, hielt sich bedeckt – offenbar mit Blick auf den zweiten Interessenten X+Bricks.

X+Bricks bessert Offerte nach

Bereits im Sommer soll X+Bricks seine Offerte nachgebessert haben – die Metro erhofft sich nach eigenen Angaben nunmehr einen „Nettomittelzufluss“ von einer halben Milliarde Euro. Zudem ermögliche der Einstieg von X+Bricks für die Metro einen schnelleren Ausstieg bei Real. Bei Redos hätte der Konzern noch für drei Jahre an seiner Tochter beteiligt bleiben müssen.

In Niedersachsen betreibt Real 32 Märkte, Hemmingen und Altwarmbüchen sind die beiden Standorte in der Region Hannover. An welchen Filialen Edeka oder Kaufland Interesse bekundet haben, wollte Metro nicht verraten. Was ein Verkauf an X+Bricks für die Real-Beschäftigten bedeuten könnte, ist noch unklar. Man wolle die neuen Eigentümer der Filialen vertraglich zur Übernahme der Real-Mitarbeiter verpflichten, hieß es bei Metro.

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