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Wirtschaft Strompreise 
sinken – aber 
nicht überal
Nachrichten Wirtschaft Strompreise 
sinken – aber 
nicht überal
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09:18 21.11.2014
Quelle: dpa
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Düsseldorf

„Eine Trendwende“, jubelt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen – sie gießt aber gleichzeitig Wasser in den Wein: Die Mehrzahl der Stromanbieter sei noch abgetaucht und gebe ihre deutlich gesunkenen Einkaufskosten nicht an die Verbraucher weiter. Dazu zählen auch die Stadtwerke Hannover.

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben 242 Unternehmen für den Jahresbeginn Preissenkungen um im Schnitt 2,4 Prozent angekündigt. Konkurrent Check 24 hat 179 geplante Preissenkungen im selben Umfang ermittelt – darunter bei großen Versorgern wie den Stadtwerken München und Frankfurt. Der Verbraucherstrompreis liegt derzeit im Bundesschnitt bei knapp über 
29 Cent je Kilowattstunde. 30 bis 35 Euro im Jahr wird ein vierköpfiger Durchschnittshaushalt im Grundversorgungstarif nach Angaben der Tarifportale künftig sparen.

Die große Mehrheit der insgesamt 850 Versorger gibt die Preissenkungen von der Strombörse nicht an die Verbraucher weiter. Auch die Marktführer e.on, RWE und Vattenfall halten sich zurück. Von den „Großen vier“ der Branche beteiligt sich damit nur EnBW an den Preissenkungen – mit bescheidenen 1,4 Prozent. Die drei anderen winken erst einmal ab. „Wir rechnen noch“, sagt ein RWE-Sprecher. „e.on hält den Strompreis stabil“, hieß es in Düsseldorf. Das versprechen auch die Stadtwerke Hannover. Über Tarifsenkungen könne man erst entscheiden, wenn man alle Preisbestandteile kenne, hieß es. Dies sei zurzeit noch nicht der Fall.
Die Beschaffungskosten an der Strombörse sind in den vergangenen zwei Jahren von mehr als 50 auf nur noch 32 Euro (sogenannter Spotpreis) je Megawattstunde gefallen. Hinzu kommen stabile oder sogar leicht gesunkene staatliche Abgaben. Die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale hat seit 2010 einen Rückgang allein des Börsenstrompreises um mehr als 2 Cent je Kilowattstunde errechnet. Die EEG-Umlage zur Finanzierung der Ökostromreform sinkt zum 1. Januar 2015 geringfügig von 6,24 auf 6,17 Cent je Kilowattstunde. Dafür sollen aber die Netzentgelte steigen – die Höhe steht noch nicht fest.

Von Rolf Schraa

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