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Wirtschaft Mehr als 200 Stellen bei VW-Tochter Sitech in Hannover gefährdet
Nachrichten Wirtschaft Mehr als 200 Stellen bei VW-Tochter Sitech in Hannover gefährdet
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19:58 11.12.2019
Der ID Buzz gilt als Hoffnungsträger für den Standort Hannover. Die Sitze sollen offenbar nicht von Sitech in Hannover produziert werden. Quelle: Uli Deck/dpa
Hannover

Beim Autositzhersteller Sitech steht offenbar ein starker Stellenabbau in Hannover bevor. Nach Angaben der IG Metall sollen hier in den kommenden Jahren mehr als 200 der insgesamt 470 Arbeitsplätze wegfallen.

Dies habe das Sitech-Management dem Gesamtbetriebsrat mitgeteilt und gleichzeitig zu Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgefordert, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Dem Vernehmen nach hat Sitech von Volkswagen nicht den Zuschlag bekommen, Sitze für den Elektrobulli ID Buzz zu fertigen. Die Geschäftsleitung stelle die „langfristige Zukunft“ des hannoverschen Standorts infrage, erklärte die IG Metall.

Sitech ist eine hundertprozentige VW-Tochter, die mit rund 5400 Beschäftigten an sieben Standorten in Deutschland, Polen und China Fahrzeugsitze für die Marken des Konzerns produziert. Im Jahr 2007 hat die Firma auch die Fertigung von Sitzen für Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover übernommen. Vom ID Buzz sollen in Stöcken von 2022 an jährlich 100 000 Fahrzeuge vom Band rollen.

IG Metall fordert Standortgarantie

Sitech wollte sich zu den Angaben der Gewerkschaft nicht konkret äußern. Der Standort Hannover habe „sich bei der Bewerbung um ein wichtiges Zukunftsprodukt in einem harten Wettbewerbsumfeld nicht behaupten“ können, teilte das Unternehmen nur mit. „Der Verlust dieses Zukunftsprodukts hat Auswirkungen auf die Auslastung und auf Arbeitsplätze.“ Das Management suche daher mit der Arbeitnehmervertretung nach „sozialverträglichen Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter“, sagte ein Firmensprecher.

Die IG Metall fordert den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und eine langfristige Sicherung des Standorts. „Es kann nicht sein, dass die Volkswagen-Mutter die Sitzproduktion aufgrund niedriger Preise in das osteuropäische Ausland fremdvergibt und die Sitech-Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze fürchten“, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär Thadeus Mainka. Es sei nicht akzeptabel, dass die Mitarbeiter für Fehler des Managements „die Zeche zahlen“ sollten, erklärte der hannoversche Betriebsratschef Rafael Fernandez Solana. Es dürfe keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

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Von Jens Heitmann

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