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Wirtschaft Thyssenkrupp: Nicht mehr Herr im eigenen Haus
Nachrichten Wirtschaft Thyssenkrupp: Nicht mehr Herr im eigenen Haus
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00:18 13.05.2019
Ein Mitarbeiter stempelt im Thyssenkrupp-Werk Rothe Erde einen glühenden Rohling. Quelle: Marcel Kusch/dpa
Hannover

In Salzgitter ist man gerne altmodisch. Während es in der Wirtschaft im Allgemeinen und in der Schwerindustrie im Besonderen als schick gilt, möglichst schlank dazustehen und vermeintlich überflüssige Unternehmensteile abzuspalten, fühlt sich der gleichnamige Stahlhersteller als Mischkonzern weiterhin pudelwohl. Nach Lesart des Managements ist die Salzgitter AG auch deshalb stabiler als mancher Konkurrent, weil das Unternehmen mehrere Standbeine hat.

Möglich macht diese eigene Sicht der Dinge die Beteiligung des Landes Niedersachsen: Dank des Aktienpakets von rund 26 Prozent muss der Vorstand nicht befürchten, von anderen aufmüpfigen Anteilseignern zur Aufspaltung des Konzerns getrieben zu werden – selbst wenn die Einzelteile in Summe mehr wert sein sollten als das Konglomerat als Ganzes. Wie wertvoll ein unaufgeregter Ankeraktionär sein kann, zeigt das Beispiel Thyssenkrupp.

Aggressive Hedgefonds geben den Ton an

In Essen ist der Vorstand schon länger nicht mehr Herr im eigenen Hause. Obwohl sich die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung noch als größter Anteilseigner behauptet, geben dort aggressive Hedgefonds den Ton an – sie witterten nach milliardenschweren Fehlinvestitionen der Vergangenheit leichte Beute. Vor allem auf deren Druck hatte sich Thyssenkrupp zuletzt zur Abspaltung der Stahlsparte entschlossen und deren Fusion mit dem Wettbewerber Tata vorangetrieben. Dass die EU-Kommission diesen Schritt ohne harte Auflagen kaum genehmigen würde, war zwar von Anfang an zu erwarten gewesen – als Argument gegen eine Fusion durfte die Skepsis in Brüssel dennoch nicht vorgebracht werden.

Der Königsweg ist verstellt

Nun ist der vermeintliche Königsweg aus der Krise verstellt: Der Konzern steht unter neuer Führung in etwa wieder da, wo schon die alte nicht mehr weiterwusste. Die Lösung des Dilemmas soll jetzt im Umbau zu einer Holding liegen und – wie in solchen Fällen üblich – im Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen. Als Schmankerl für die Aktionäre verspricht der Vorstand zudem, die Ertragsperle von Thyssenkrupp an die Börse zu bringen: Die Aufzugssparte des Konzerns wird in der Bilanz derzeit deutlich unter Wert geführt.

Dass es mit dem Aktienkurs anschließend wie im Lift steil nach oben ging, versteht sich fast schon von selbst. Aber auch das ist eine Frage der Perspektive: Auf Jahressicht rangiert das Papier noch immer tief im Minus.

Von Jens Heitmann

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