Sparkassen und Volksbanken in der Corona-Krise: Kommentar: Vertrauen wächst nicht über Nacht
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19:10 23.03.2020
Ein Heißluftballon in der Form eines Sparschweines mit einem aufgedruckten Sparkassen-Logo ist am Himmel zu sehen. Quelle: Daniel Naupold/dpa
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Hannover

Am Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht müssen sich Sparkassen und Volksbanken nicht beteiligen. Die in ihrer Region verankerten Institute gelten als nicht systemrelevant – eine Schieflage eines Hauses könnte die Finanzbranche schon wegen der vergleichsweise überschaubaren Bilanzsumme nicht ins Wanken bringen, zudem stehen die Dachorganisationen des roten und des blauen Lagers für die Einlagen der Kunden gerade. Den Sparkassen und Volksbanken kann diese Art der Geringschätzung nur recht sein – sie erspart ihnen eine Menge Aufwand.

Noch immer in der Fläche gut vertreten

Wie relevant Sparkassen und Volksbanken für das Wirtschaftssystem in der Wirklichkeit sind, zeigt sich insbesondere in Krisenzeiten. Beide Institute sind noch immer in der Fläche gut vertreten und kennen ihre Kunden in der Regel über eine lange Zeit. Diese vertrauen darauf, dass der enge Kontakt sich gerade dann auszahlt, wenn es für sie mal nicht so gut läuft – und nehmen dafür bewusst Kreditkonditionen in Kauf, die etwas oberhalb jener Angebote liegen, mit denen die Billigheimer der Branche locken.

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Lange für die Bodenständigkeit belächelt

Für diese Bodenständigkeit sind Sparkassen und Volksbanken lange belächelt worden. Als die sogenannten Regenmacher der börsennotierten Finanzkonzerne noch Traumrenditen im Investmentbanking einfuhren, galt das Geschäft mit dem Mittelstand vielen als zu mickrig. Heute zeigt sich insbesondere die Deutsche Bank bemüht, bei dieser Klientel wieder Boden gut zu machen. Doch Hausbank wird man nicht über Nacht, das Vertrauen wächst erst mit der Zeit – und mit positiven Erfahrungen in Krisensituationen wie der jetzigen.

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Von Jens Heitmann