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09:05 19.06.2015
Foto: Schließen sich die Sparkassen in Hildesheim, Goslar und Peine zusammen?
Schließen sich die Sparkassen in Hildesheim, Goslar und Peine zusammen? Quelle: dpa
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Hildesheim

Die Folge sind Filialschließungen und Arbeitsplatzabbau. Der Hildesheimer Vorstandssprecher Peter Block betonte gestern allerdings, die Gespräche mit Goslar und Peine hätten gerade begonnen: „Wir stehen wirklich ganz am Anfang, das Ergebnis ist offen.“

Damit sucht binnen kurzer Zeit das zweite große Hildesheimer Kreditinstitut sein Heil in einem größeren Verbund. Zuvor hatte bereits die Volksbank Hildesheim den Zusammenschluss mit der Volksbank Lehrte-Springe-Pattensen-Ronnenberg beschlossen. Im Gegensatz zu dieser Fusion ist Hildesheim bei den Sparkassen mit rund 4 Milliarden Euro Bilanzsumme der dominierende Partner. Die Sparkasse Hildesheim ist mit dieser Bilanzsumme größer als die beiden anderen Sparkassen zusammen – sie kommen auf jeweils rund 1,5 Milliarden Euro. Die Hildesheimer haben 1085 Mitarbeiter, die Peiner 420, die Goslarer 400. Den Anstoß für die Fusion sollen vor allem die Peiner gegeben haben, was auch eine politische Dimension hat: In wenigen Wochen wollen die Kreistage von Hildesheim und Peine über eine Landkreisfusion entscheiden.

Schlechtere Ergebnisse in den nächsten Jahren erwartet

Dass es bei der Sparkasse Hildesheim entsprechende Überlegungen gibt, hatte Vorstandssprecher Peter Block schon vor einigen Wochen in der Bilanzpressekonferenz angedeutet. Im vergangenen Jahr konnte das Kreditinstitut seinen Gewinn zwar noch einmal leicht auf 10,7 Millionen Euro steigern, aber Block machte keinen Hehl daraus, dass er in den nächsten Jahren mit schlechteren Ergebnissen rechnet, sollte sich an den Niedrigzinsen nichts Grundlegendes ändern. Alle Sparkassen und Banken kämpfen derzeit wegen der Lage auf den Kapitalmärkten mit einem sinkenden Zinsüberschuss, also der Differenz zwischen Kreditzinsen, die die Sparkasse von ihren Kunden kassiert, und den Einlagenzinsen, die sie zahlen muss. Auf die Bilanz schlage dieser Effekt allerdings erst mit einigen Jahren Verzögerung durch, erläuterte sein Vorstandskollege Jürgen Twardzik: „Ältere Kredite mit höheren Zinsen laufen aus, neue Darlehen bringen entsprechend weniger Ertrag.“ Ähnlich ist die Lage in Peine und Goslar.

Die niedrigen Zinsen haben in den vergangenen Jahren bundesweit zu Sparkassen-Fusionen und Filialschließungen geführt. So hat die Sparkasse Hannover angekündigt, bis Ende dieses Jahres sechs ihrer 114 Filialen aufzugeben und in vielen verbliebenen Geschäftsstellen die Öffnungszeiten zu verringern – weil immer weniger Kunden in die Zweigstellen kämen. Zudem will die Sparkasse 200 Arbeitsplätze abbauen. Auch die Volksbank Hannover und die Norddeutsche Landesbank dünnen ihr Filialnetz stark aus. In ganz Deutschland ging die Zahl der Sparkassen-Geschäftsstellen seit 2004 um fast 2000 Filialen zurück. 2013 gab es noch 12 360 Zweigstellen von Sparkassen.

Von Tarek Abu Ajamieh

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