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Wirtschaft Salzgitter nährt Hoffnung auf Besserung
Nachrichten Wirtschaft Salzgitter nährt Hoffnung auf Besserung
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20:43 14.05.2009
Von Carola Böse-Fischer
Quartalsverlust und mehr Kurzarbeit, aber Hoffnung auf Besserung: Die Salzgitter AG.
Quartalsverlust und mehr Kurzarbeit, aber Hoffnung auf Besserung: Die Salzgitter AG. Quelle: Jochen Luebke/ddp
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Dies erläuterte ein Konzernsprecher am Donnerstag.

Für das zweite Halbjahr hat Deutschlands zweitgrößter selbstständiger Stahlkonzern am Donnerstag zumindest etwas Hoffnung gemacht. So sei nach dem Verfall der Spotmarktpreise für Stahlprodukte die „Talsohle nahe“, hieß es. Salzgitter verkauft nach eigenen Angaben etwa 40 Prozent seiner Produktion über den Spotmarkt. Der größere Teil werde über längerfristige Verträge, etwa mit der Autoindustrie, abgewickelt. Bei einer Reihe von Produkten seien die Lager der Kunden geleert, sodass Salzgitter nach der Sommerpause mit einer Belebung der Nachfrage rechnet.

Zudem würden vom dritten Quartal an die gesunkenen Preise für Rohstoffe wie Erz und Kohle eine Entlastung bei den Produktionskosten bringen. Und weil bereits im ersten Quartal die Bestände an Vorräten in der Bilanz abgewertet wurden, drückt dieses Problem dann auch nicht mehr. Deshalb bekräftigte der Vorstand sein Ziel, dass 2009 ein „in etwa ausgeglichenes Vorsteuerergebnis“ möglich sei.

Die Börsianer quittierten dies mit Wohlwollen. Schließlich hebt sich Salzgitter damit vom deutschen Branchenprimus ThyssenKrupp ab, der hohe Verluste erwartet und deshalb rund 2000 Arbeitsplätze abbauen will. Die Salzgitter-Aktie verbuchte zeitweise Kursgewinne von 6 Prozent und schloss mit einem Plus von 5 Prozent bei 52 Euro.

Der Verlust im ersten Quartal bei Salzgitter überraschte niemanden mehr. Vor Steuern belief er sich nach Angaben des Konzerns auf 98,3 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 292 Millionen Euro zur Vorjahreszeit. Allerdings sind in diesem Ergebnis schon 100 Millionen Euro an Bestandsabwertungen enthalten. Unter dem Strich stand ein Minus von 74 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte es einen Gewinn von 195 Millionen Euro gegeben. Der Konzernumsatz schrumpfte um 24 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Besonders hart traf es den Stahlbereich, wo die Erlöse sich fast halbierten (minus 45 Prozent). Einzig das Röhrengeschäft blieb von dem Abwärtstrend verschont und erzielte ein kleines Umsatzplus sowie einen Gewinn von 51 (Vorjahreszeit: 66) Millionen Euro.

Wegen der teils nur zur Hälfte ausgelasteten Fabriken hat Salzgitter die Kurzarbeit im Mai erneut ausgeweitet. Von den 24 000 Beschäftigten arbeiten jetzt 9000 kurz – 1000 mehr als bisher, wie der Firmensprecher sagte. Außerdem tritt Salzgitter auf die Kostenbremse, dafür seien „kurzfristig wirksame Projekte“ eingeleitet worden. Entlassungen sind aber nach wie vor „kein Thema“.

Aufgestapelte Stahlrollen, sogenannte Coils, bei Salzgitter: Der Konzern hofft auf eine Belebung der Nachfrage nach der Sommerpause.dpa