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Wirtschaft Salzgitter AG kommt nicht aus den roten Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Salzgitter AG kommt nicht aus den roten Zahlen
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09:54 16.05.2013
Von Carola Böse-Fischer
Foto: 16,6 Millionen Euro Verlust im ersten Quartal – daran hat Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann schwer zu schlucken.
16,6 Millionen Euro Verlust im ersten Quartal – daran hat Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann schwer zu schlucken. Quelle: dpa
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Das Vorsteuerergebnis war ebenfalls rot, mit 15,8 Millionen Euro aber weniger stark als im Vorjahresquartal mit minus 19,6 Millionen Euro. Ohne die 25-Prozent-Beteiligung Aurubis wäre der Verlust noch höher ausgefallen: Die Kupferhütte überwies knapp 6 Millionen Euro.

Zu schaffen macht dem Stahl- und Röhrenkonzern nach wie vor die Strukturkrise auf dem europäischen Stahlmarkt, wie Salzgitter gestern erklärte. Insbesondere den unter Rezession leidenden Südländern ist der Absatz weggebrochen. Deshalb versuchten die dortigen Stahlhersteller, ihre Produkte in andere EU-Länder wie Deutschland zu verkaufen, sagte ein Firmensprecher. Dieser Wettbewerb werde über den Preis ausgetragen, das bedeute für fast alle Stahlprodukte einen „anhaltenden Druck auf die Margen“, der durch die hohen Rohstoff- und Energiekosten verschärft werde. Eine Besserung sei auch im zweiten Halbjahr nicht in Sicht.

Weil es auch in anderen Bereichen wie im Röhrengeschäft zurzeit nicht rund läuft, hatte der Vorstand um Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann bereits in der vorigen Woche die noch einigermaßen zuversichtliche Prognose für 2013 gekippt. Statt eines bisher angepeilten Vorsteuergewinns „im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ erwartet Salzgitter inzwischen bei einem stabilen Umsatz mindestens einen mittleren zweistelligen Millionenverlust vor Steuern.

Mit einem Strukturprogramm und Stellenabbau wollen sich die Niedersachsen wieder fit für den schärferen Wettbewerb machen. Details des Sparprogramms will Salzgitter zur Jahresmitte bekannt geben. In der Branche kursiert die Zahl von 1000 Arbeitsplätzen, die der Konzern streichen wolle. Das Unternehmen wollte dies nicht kommentieren. Fuhrmann hatte jedoch jüngst erklärt, dass der Abbau von „wenigen hundert“ Arbeitsplätzen nicht reichen werde.

Größtes Sorgenkind bleibt die Konzerntochter Peiner Träger, die Stahlträger für die Bauindustrie herstellt. Bei jeder Tonne Profilstahl, die die Tochter verkaufe, verliere sie Geld, hieß es. 2012 häuften die Peiner Träger 62 Millionen Euro Verluste an und rissen den Konzern damit in die roten Zahlen. Unter dem Strich wies Salzgitter einen Verlust von 100 Millionen Euro aus. Zurzeit wird am Standort Peine mit knapp 1100 Mitarbeitern kurzgearbeitet. Betroffen seien aber zunächst nur die Mitarbeiter im Stahlwerk, in den Walzwerken werde normal gearbeitet, erklärte der Firmensprecher.
Auch mit dem Röhrengeschäft ist Salzgitter nicht zufrieden. Der Großauftrag für die Gaspipeline South Stream könne sich bis ins vierte Quartal verzögern, sodass die Sparte bei Großrohren ein Auftragsloch habe, so der Sprecher.

ThyssenKrupp verschärft Jobabbau

Nach den Milliardenverlusten mit den neuen Stahlwerken in Übersee treibt ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger den Abbau Tausender Jobs voran. Rund 3000 der 15 000 Stellen in der Verwaltung sollen wegfallen, kündigte der Konzern am Mittwoch an. Rund 1600 davon will Hiesinger in Deutschland streichen. Unter dem Strich fuhr der Konzern im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (30. 9.) einen Verlust von 656 Millionen Euro ein.

 (mit: rtr)

Albrecht Scheuermann 16.05.2013
Jens Heitmann 15.05.2013