Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Rossmann plant 340 neue Filialen
Nachrichten Wirtschaft Rossmann plant 340 neue Filialen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:22 15.04.2015
Von Isabel Christian
Ganz entspannt bei der Bilanzvorlage: Firmengründer Dirk Roßmann (Mitte) und seine Söhne Raoul (links) und Daniel.
Ganz entspannt bei der Bilanzvorlage: Firmengründer Dirk Roßmann (Mitte) und seine Söhne Raoul (links) und Daniel. Quelle: Julian Stratenschulte
Anzeige
Hannover

Dirk Roßmann ist zufrieden. Entspannt sitzt der 68-jährige Drogeriekettenchef am Kopfende des Tisches und scherzt mit seinen Söhnen und den Journalisten. Auch in diesem Jahr konnte der Patriarch bei der Präsentation der Geschäftszahlen des Drogeriekonzerns Rossmann entspannt sein. Obwohl das Umsatzwachstum 2014 zum ersten Mal seit 16 Jahren nicht im zweistelligen Bereich lag, hat das Unternehmen mit einem Plus von 8,7 Prozent kräftig zugelegt. Damit erzielte Rossmann erstmals Umsatzerlöse von mehr als 7 Milliarden Euro - und die Zeichen weisen weiterhin nach oben. Mit Raoul Roßmann bestimmt nun auch einer der Söhne des Firmengründers bei den Entscheidungen der Geschäftsführung mit.

„Wir hatten ein fantastisches Jahr, auch wenn das Umsatzwachstum nicht mehr ganz so groß ausfällt“, sagt Roßmann. „Aber irgendwann musste diese Serie ja aufhören.“ Zum Gewinn macht er keine Angaben. Er betont jedoch die gute Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr: In den vergangenen drei Monaten verzeichnete die Drogeriekette in Deutschland ein Wachstum von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Jahr wird mit einem Plus von 8 Prozent und 7,8 Milliarden Euro Umsatz gerechnet.

Das Unternehmen treibt seine Expansion voran. 3283 Filialen mit 44.000 Mitarbeitern hat Rossmann derzeit insgesamt. In Deutschland sind es 1919 Märkte mit 27.400 Beschäftigten. 170 Millionen Euro will Rossmann in diesem Jahr in 340 neue Filialen im In- und Ausland investieren - 120 Millionen Euro entfallen auf Erweiterung und Pflege des deutschen Filialnetzes. 155 neue Märkte sollen im Bundesgebiet bis zum Jahresende hinzukommen. Im Onlinegeschäft hingegen macht der Konzern pro Jahr noch rund eine Million Euro Verlust. „Die kleinen Margen im Netz und die Logistikkosten sind nach wie vor ein Problem“, erklärt der Firmenchef.

„Wir müssen uns permanent anstrengen, denn der Wettbewerb ist im Drogeriesegment sehr lebendig“, sagt Roßmann. Die Konkurrenz besteht vor allem aus dem Marktführer dm und Müller, aber auch Lebensmitteldiscounter bieten zunehmend auch Drogerieartikel an. Als allzu bedrohliche Konkurrenten nimmt Roßmann die Discounter offenbar nicht wahr: „Drogerie ist viel Detailarbeit. Das ist den Discountern zu lästig.“

Der neuen Geschäftsführung bei Rossmann gehört - neben Michael Rybak als Chef für Logistik und Peter Dreher als Finanzchef - auch Roßmanns jüngster Sohn Raoul an. Der 29-jährige studierte Betriebswirt leitet seit Ende des vergangenen Jahres die Bereiche Einkauf und Marketing. Man vermutet, dass Raoul - und nicht der ältere Sohn Daniel (zuständig für das Auslandsgeschäft) - einmal den Platz des Vaters an der Konzernspitze einnehmen wird. Doch wann das sein wird, darüber schweigt sich Dirk Roßmann noch eisern aus.

Mit seinem Team will sich Raoul Roßmann verstärkt damit befassen, die firmeneigenen Marken bekannt zu machen und deren Absatz zu fördern. „Unsere Kunden greifen zwar noch verstärkt zu den Eigenmarken, aber der Trend geht wieder in Richtung Markenartikel“, sagt Raoul Roßmann, „man müsste deshalb die Bewerbung unserer eigenen Produkte vorantreiben, denn nur prominent ins Regal stellen reicht nicht mehr.“

Größere Filialen erwünscht

Sortiment soll an allen Standorten gleich sein: Rossmann will mehr größere Filialen haben und sucht dafür passende Räume. „Wir haben viele Filialräume von Schlecker und anderen Unternehmen, die im Rossmann-Konzern aufgegangen sind, übernommen“, sagt Unternehmenschef Dirk Roßmann. Diese seien zum Teil so klein, dass darin nicht das komplette Sortiment angeboten werden könne. Deshalb bemühe sich Rossmann, für Märkte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 400 Quadratmetern neue Räume in der Nähe zu finden.

In Niedersachsen gibt es rund 50 solcher Kleinfilialen, in Hannover sind es noch sieben. Allerdings kann es sich länger hinziehen, bis eine Kleinfiliale durch eine größere ersetzt werden kann. Roßmann nennt ein Beispiel aus dem hannoverschen Stadtteil List: Dort habe es vier Jahre gedauert, bis drei kleinere Märkte in dem Gebiet in einer Großfiliale zusammengefasst werden konnten. „Die Kunden müssen in jeder Filiale alle Produkte kaufen können“, sagt Roßmann. „Sonst bleiben wir langfristig nicht wettbewerbsfähig.“

Wirtschaft VW stellt T6 vor - Gestatten, der Neue
15.04.2015
Wirtschaft Aktivistin stört Pressekonferenz - Konfetti-Attacke auf EZB-Präsident Draghi
15.04.2015
15.04.2015