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Nachrichten Wirtschaft Porsche sucht weitere Käufer für die VW-Optionen
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22:26 29.07.2009
VW-Optionen: Die Verhandlungen zwischen Porsche und Katar stocken derzeit.
VW-Optionen: Die Verhandlungen zwischen Porsche und Katar stocken derzeit. Quelle: afp
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Das zwang den Sportwagenhersteller am Mittwoch zu einer Warnung: Mit bis zu 5 Milliarden Euro Verlust könne das Geschäftsjahr 2008/09 am Freitag zu Ende gehen. Was genau herauskomme, sei „abhängig vom Verhandlungsergebnis“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Zwar war damit gerechnet worden, dass Porsche aus seinen Aktiengeschäften nicht mehr zum Einstandspreis herauskommen würde, doch die Höhe der Abschreibungen sei doch überraschend, sagte Nord/LB-Experte Frank Schwope, zumal das Geschäft mit Katar noch gar nicht abgeschlossen sei. Offenbar habe Porsche die Verluste unbedingt noch in dem am 31. Juli endenden Geschäftsjahr unterbringen wollen. Schwope wertete den Schritt auch als Beleg dafür, dass „mit Katar noch längst nicht alles in trockenen Tüchern ist“.

Das Emirat soll Porsche Optionen abkaufen, deren Wert an den Kurs der VW-Aktie gekoppelt ist. Doch inzwischen ist auch von anderen Abnehmern die Rede: Es sei ein Verkauf der Optionen „an einen oder mehrere Investoren“ geplant, „insbesondere die Qatar Holding LLC“, hieß es in der Mitteilung. Über das „Gesamtpaket“, das letztlich zum Zusammenschluss mit VW führen soll, werde aber ausschließlich mit dem Emirat verhandelt, betonte der Unternehmenssprecher. Nach HAZ-Informationen haben sich bereits am vergangenen Freitag die Vorstandschefs Martin Winterkorn und Michael Macht sowie die Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche mit Vertretern Katars getroffen, um die Grundlagenvereinbarung über den Zusammenschluss voranzubringen. Sie soll am 13. August im VW-Aufsichtsrat beraten werden.

Neben den Optionsgeschäften belastet auch die direkte VW-Beteiligung die Porsche-Bilanz. Seit Porsche 50,76 Prozent der VW-Stimmrechte hält, sind die Wolfsburger formal Teilkonzern der Stuttgarter und werden in die Bilanz integriert. Vollständig geschieht das erstmals zum 31. Juli – und dabei sind andere Werte anzusetzen als die einst geltenden Marktpreise. Dieser Schritt wäre allerdings auch ohne die Verhandlungen mit Katar nötig gewesen.

Die Porsche-Aktie erholte sich gestern nach einer kurzen Schrecksekunde schnell wieder. Die „rein buchhalterischen Vorgänge“ führten bei der Liquidität sogar zu einer Verbesserung, betonte Porsche. Die Eigenkapitalquote werde nach den Maßnahmen „bei gesunden
23 Prozent“ liegen.

Von Stefan Winter