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Wirtschaft Porsche geht ins VW-Präsidium
Nachrichten Wirtschaft Porsche geht ins VW-Präsidium
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22:58 26.07.2009
Von Stefan Winter
Sportwagenhersteller Tochtergesellschaft  VW-Konzern Porsche Aufsichtsrat Oliver Porsche Hans Michel Piëch
Wolfgang Porsche Quelle: Sascha Schürmann/afp
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Dann dürften auch schon neue Porsche-Vertreter am Tisch sitzen. Nach HAZ-Informationen sollen Oliver Porsche und Hans Michel Piëch in das Gremium einziehen. Wendelin Wiedeking und Holger Härter müssen nach dem Abschied aus dem Porsche-Vorstand auch ihre Stühle bei VW räumen.

Der Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hätten die Weichen bereits entsprechend gestellt, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Demnach soll Wolfgang Porsche, bisher einfaches Mitglied im VW-Aufsichtsrat, für Wiedeking ins Präsidium einziehen. Oliver Porsche übernimmt Härters Platz im Prüfungsausschuss.

Mit dem 48-jährigen Ferdinand Oliver Porsche leiten die Familien den Generationenwechsel ein. Der Jurist und Wirtschaftsprüfer ist Sohn des Designers Ferdinand Alexander Porsche. Hans Michel Piëch ist der jüngere Bruder von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Der 57-jährige Wiener Anwalt fungierte bisher schon als Sprecher dieses Familienzweigs. Wenn das Registergericht sie rechtzeitig beruft, sollen beide zur nächsten Sitzung im Amt sein.

Die VW-Aufseher werden in erster Linie die Finanzlage bei Porsche zu beraten haben, denn erst seit der grundsätzlichen Einigung beider Konzerne vom vergangenen Donnerstag bekommt das VW-Management Einblick in die Porsche-Zahlen. Bei anderen Themen sei man schon deutlich weiter, hieß es am Wochenende, doch bei den Finanzzahlen hätten Wiedeking und Härter bis zum letzten Tag gemauert.

Porsche hat nach eigenen Angaben Schulden von „rund“ 10 Milliarden Euro. Intern sei zuletzt aber schon von 14 Milliarden Euro die Rede gewesen, hieß es in Verhandlungskreisen. Hätte der Porsche-Aufsichtsrat Mittwochnacht nicht den Weg zur Fusion mit VW frei gemacht, hätte innerhalb weniger Wochen die Insolvenz gedroht, berichtet der „Focus“. In jener Nacht hat Porsche auch eine Kapitalerhöhung über mindestens 5 Milliarden Euro beschlossen.

Vom Ergebnis der jetzt beginnenden Buchprüfung wird maßgeblich die künftige Konstellation der VW-Aktionäre abhängen. Bisher sind die Familien Porsche und Piëch über ihre Porsche Automobil Holding SE mit 51 Prozent an VW beteiligt. Doch von der Mehrheit werden sie Abschied nehmen müssen. Wenn die Porsche SE aufgelöst wird und die Familien direkt an VW beteiligt sind, dürften es nur noch 30 bis 40 Prozent sein, hieß in Konzernkreisen.

Damit entfielen auf jeden der beiden Familienstämnme weniger als 20 Prozent, während das Land Niedersachsen bei gut 20 Prozent bleiben soll und das Emirat Katar sich 19Prozent beteiligen will. Auch eine Beteiligung der Mitarbeiter ist geplant. Die gesamte Prozedur, bei der der Sportwagenhersteller zur Tochtergesellschaft des VW-Konzerns wird, soll zwei Jahre dauern.