Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Opel-Verkauf wackelt wieder
Nachrichten Wirtschaft Opel-Verkauf wackelt wieder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 24.10.2009
Von Stefan Winter
Bleibt Opel doch unter dem GM-Dach? Die Mitarbeiter müssen weiter warten.
Bleibt Opel doch unter dem GM-Dach? Die Mitarbeiter müssen weiter warten. Quelle: ddp
Anzeige

Vor der Verwaltungsratssitzung am 3. November werde es keine Entscheidung geben, berichtete GM-Verhandlungsführer John Smith im Internet.

Nach Darstellung von „Spiegel Online“ kippt die Stimmung im Verwaltungsrat inzwischen wieder dahin, Opel im Konzern zu behalten. Nach Informationen dieser Zeitung schließt man bei GM Europe zumindest nicht mehr aus, dass die US-Zentrale ihre Meinung noch einmal ändern könnte. „Wie es der Teufel will“, könne das Geschäft noch scheitern und GM die Opel-Sanierung doch selbst in die Hand nehmen. Nach jetzigem Stand soll der Konzern nur mit einer Minderheit beteiligt bleiben.

Smith lässt keine Tendenz erkennen. Es habe erhebliche Fortschritte in den Verhandlungen mit Magna, seinem russischen Partner Sberbank und den Gewerkschaften gegeben, schreibt er. Es gebe aber auch Änderungen am Magna-Angebot und weiter offene Fragen zur Kostenreduzierung und der geplanten Staatshilfe, die bis zur Sitzung des Verwaltungsrats geklärt werden müssten.

Smith verweist auch auf die Bedenken der EU-Kommission. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sieht einen Verstoß gegen EU-Recht, falls die Bundesregierung Hilfen in Milliardenhöhe an den Zuschlag für Magna gekoppelt haben sollte. Wirtschaftsminister Karl-Friedrich zu Guttenberg hatte daraufhin GM und die Opel-Treuhand um Erklärungen gebeten, dass sie unabhängig entscheiden konnten.

Diese Erklärung dürfte schwerfallen, denn die Bundesregierung hatte sich öffentlich auf Magna festgelegt, mehrere Politiker hatten erklärt, dass Hilfen beim Verkauf an andere Interessenten oder beim Verbleib unter dem GM-Dach nicht infrage kämen. Beiratsmitglieder der Opel-Treuhand haben sich öffentlich über den politischen Druck in Richtung Magna beklagt. Beirat Manfred Wennemer lehnte das Geschäft dennoch ab, Dirk Pfeil enthielt sich.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz reagierte wütend: „Mit dieser erneuten Verzögerung hat General Motors den Bogen überspannt und ist im Begriff, das letzte Vertrauen zu verspielen.“ Bei einem Verkauf ist die Belegschaft bereit, auf Einkommen zu verzichten, und soll dafür am Unternehmen beteiligt werden. Unter GM-Führung ist daran offenbar nicht zu denken: „Die Belegschaft sei „nicht willens, einen Cent an Arbeitnehmerbeiträgen für GM abzugeben“, sagte Franz.

Mehr zum Thema

General Motors (GM) will Opel nun offenbar doch nicht verkaufen. Im Board des US-Autokonzerns mehrten sich die Stimmen derer, die gegen einen Verkauf an das Konsortium von Magna und der russischen Sberbank seien, wie "Spiegel Online" berichtet.

23.10.2009

Eine zügige Unterzeichnung der Verträge zum Verkauf Opels an den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna ist offenbar nicht in Sicht.

23.10.2009

Der Betriebsrat des nordspanischen Opel-Werks Figueruelas und der Opel-Käufer Magna haben noch keine Einigung über geplante Umstrukturierungsmaßnahmen erzielt.

22.10.2009
Wirtschaft Insolventer Cabriospezialist - Karmann geht das Geld aus
23.10.2009