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Wirtschaft OECD: Fast jeder fünfte Job durch Automatisierung bedroht
Nachrichten Wirtschaft OECD: Fast jeder fünfte Job durch Automatisierung bedroht
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15:04 25.04.2019
Digitalisierung und Automatisierung halten auch in Deutschland Einzug – die Arbeitswelt wird sich verändern. Quelle: imago images / Arnulf Hettrich
Berlin

Mehr als 18 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland sind einer neuen OECD-Studie zufolge durch Automatisierung bedroht. Bei den Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) insgesamt sind es im Schnitt lediglich 14 Prozent, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten OECD-Beschäftigungsausblick 2019 hervorgeht.

Die OECD untersuchte darin die Folgen von Automatisierung und Globalisierung für die Arbeitnehmer. Das höhere Risiko der Automatisierbarkeit in Deutschland sei teils auf die große Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes mit vielen Routinetätigkeiten zurückzuführen.

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Als bedroht schätzen die OECD-Forscher Arbeitsplätze ein, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent automatisiert werden. Zusätzlich dürfte sich laut der Studie OECD-weit fast jeder dritte Job durch digitale Technik stark verändern. In Deutschland sind es sogar 36 Prozent der Arbeitsplätze. Die Studienautoren räumen ein, dass diese Angaben mit Unsicherheiten verbunden seien. Nicht berücksichtigt sei zudem, wie viele Jobs auf der anderen Seite neu entstehen.

Zugleich schreiben die OECD-Experten, dass es unwahrscheinlich sei, dass die prognostizierten Entwicklungen zu einer deutlichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit führen – viel mehr werde sich die Beschäftigungsstruktur verändern.

Um die Beschäftigten besser für den Wandel zu wappnen, kündigte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine weitere Stärkung der öffentlichen Weiterbildung an: „Wir werden im Sommer konkrete Maßnahmen vorschlagen.“ Längerfristig sei auch ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung denkbar.

Soziale Sicherungssysteme sollten ausgebaut werden

OECD-Generalsekretär Angel Gurría forderte die Politik insgesamt zum Umsteuern auf. Heute profitierten eher Höherqualifizierte von Weiterbildung - dabei fielen vor allem Jobs von Niedrigqualifizierten dem Wandel zum Opfer.

Auch betont die OECD in ihrer Studie, dass die Staaten ihre sozialen Sicherungssysteme auf den Prüfstand stellen sollten. Gegebenenfalls sollten die Sicherungssysteme für diejenigen ausgebaut werden, die zu den Verlierern von Digitalisierung und Automatisierung zählen dürften, schreibt die OECD.

Unter anderem schlagen die Experten deshalb vor, unter bestimmten Voraussetzungen Löhne durch den Staat zu bezuschussen, Vorsorge-Systeme für Freiberufler und Selbstständige zu stärken und Sozialsysteme großzügig zu finanzieren. Auch Beschäftigungsmaßnahmen werden von der OECD erwogen.

Von RND/dpa/hö