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Wirtschaft Nürnberger Messe steigt bei Holtmann in Langenhagen ein
Nachrichten Wirtschaft Nürnberger Messe steigt bei Holtmann in Langenhagen ein
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13:46 04.08.2010
Von Jens Heitmann
Das "H" als Firmenlogo bleibt: Claus Holtmann (re.) mit den neuen Partnern der Nürnberger Messe.
Das "H" als Firmenlogo bleibt: Claus Holtmann (re.) mit den neuen Partnern der Nürnberger Messe. Quelle: Uwe Dillenberg
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Die Nürnberg Messe steigt beim Langenhagener Messebauer Holtmann ein. Die Gesellschaft aus Franken übernehme die Hälfte der Anteile, um ihr neues Geschäftsfeld zu stärken, sagte Geschäftsleiter Peter Ottmann. Ziel sei es, den Umsatz der Sparte mittelfristig auf 50 Millionen Euro zu verdoppeln: „Wir wollen unseren Kunden schlüsselfertige Lösungen für ihre Stände anbieten.“

Holtmann zählt mit einem Umsatz von zuletzt 20 Millionen Euro zu den wenigen Großen in der zersplitterten Branche. Man feiere in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag und habe sich „aus diesem Anlass einen neuen Gesellschafter geschenkt“, sagte Claus Holtmann. Er hat das Familienunternehmen bisher in zweiter Generation zusammen mit seinem Cousin Jürgen geführt, der seine Anteile nun an die Messe Nürnberg verkauft – über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Sein Vetter habe sich aus „Gründen der persönlichen Lebensplanung“ aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, sagte Holtmann, der 56-Jährige bleibe aber im Aufsichtsrat. Beiden sei es wichtig, das Unternehmen unabhängig von der Familie auf sichere Beine zu stellen.

Holtmann und die Gesellschafter aus Franken wollen mit ihrer Partnerschaft vor allem Kunden aus dem Mittelstand gewinnen. Viele kleinere Firmen würden Messen gern als Verkaufsplattform nutzen, scheuten aber vor dem Aufwand und dem Risiko zurück, sagte Ottmann. Um solche Unternehmen auf das Ausstellungsgelände zu locken, seien ganzheitliche Konzepte gefragt – von der Planung des Messeauftritts bis zum Bau des Standes selbst. „Jetzt erobern wir gemeinsam die gesunde Mitte“, sagte Ottmann.

Bisher sieht Holtmann seine Stärken eher in der oberen und der unteren Etage. Die Langenhagener betreuen sowohl Großkunden, die zum Teil mehrgeschossige Stände mit mehreren Tausend Quadratmetern bestellen, als auch kleine Aussteller, die sich aus Kostengründen mit Ständen von der Stange begnügen. Wegen der harten Konkurrenz laufe der Wettbewerb häufig nur noch über den Preis, sagte Holtmann. „Wir müssen die Nischen suchen.“

Das Unternehmen mit 80 festen Mitarbeitern ist nach eigenen Angaben vergleichsweise gut durch das Krisenjahr 2009 gekommen, obwohl die Erlöse um ein Fünftel einbrachen. In guten Jahren könne die Umsatzrendite 15 Prozent erreichen, hieß es. Knapp ein Drittel des Geschäfts macht Holtmann im Ausland, 30 Prozent am Messeplatz Hannover und 40 Prozent auf anderen deutschen Ausstellungsgeländen.

Mit der Deutschen Messe AG besteht eine langjährige Partnerschaft. Trotzdem habe man aber nie über eine Beteiligung gesprochen, sagte Holtmann: „Das ist ein völlig entspanntes Verhältnis.“ Die Messe AG habe früher die Beteiligung an Messebauern geprüft, sagte ein Unternehmenssprecher. „Das zählt für uns jedoch nicht zum Kerngeschäft.“