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Wirtschaft Nordzucker will Schlagkraft erhöhen
Nachrichten Wirtschaft Nordzucker will Schlagkraft erhöhen
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12:19 26.06.2009
Von Carola Böse-Fischer
Zuckerprobe bei Nordzucker: Der Braunschweiger Konzern musste einen herben Gewinnrückgang hinnehmen.
Zuckerprobe bei Nordzucker: Der Braunschweiger Konzern musste einen herben Gewinnrückgang hinnehmen. Quelle: Jochen Lübke/ddp
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Eine wichtige Rolle spielt dabei für den Braunschweiger Konzern die neue dänische Tochter Nordic Sugar A/S. Nordzucker hat das Unternehmen vor einigen Monaten vom Danisco-Konzern übernommen. Mit Nordic Sugar will Nordzucker seine Wettbewerbsfähigkeit und Schlagkraft in Europa erhöhen, wie Konzernchef Hans-Gerd Birlenberg am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Braunschweig erklärte. Durch die Übernahme ist Nordzucker mit einem von 9 auf 16 Prozent gestiegenen Marktanteil zur Nummer zwei auf Europas Zuckermarkt hinter Branchenprimus Südzucker aufgerückt.

Die Integration der neuen Tochter laufe auf Hochtouren, sagte Birlenberg. 2010 sollen Synergieeffekte von 20 Millionen Euro wirksam werden. An der Werksstruktur wird sich laut Birlenberg nichts ändern. Weil Nordzucker und Danisco die Hausaufgaben gemacht hätten, gebe es keinen Handlungsbedarf. Insgesamt verfügt Nordzucker über 19 Fabriken – fünf in Deutschland, zwei in Polen, vier in Serbien und eine in der Slowakei. Die dänische Tochter bringt sieben Werke ein, je zwei in Dänemark, Schweden und Finnland sowie eines in Litauen.

Bis 2015 soll die komplett durch Kredite finanzierte Akquisition abbezahlt sein, wie Birlenberg erklärte. Sie werde im Wesentlichen durch Nordic Sugar finanziert, denn das Unternehmen sei hochprofitabel. Deshalb schloss er eine weitere Expansion nicht aus. Wenn sich Chancen ergäben, werde man sie nutzen. Dafür steht künftig ein von drei auf fünf Manager vergrößerter Vorstand bereit. Im August übernimmt Michael Noth, der von der Firma Benteler kommt, das Finanzressort. Mats Liljestam, bisher bei Danisco in Diensten, ist neuer Vorstand für Marketing und Vertrieb.

Zunächst muss Nordzucker seine eigene Fitness verbessern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Kosten um 20 Prozent gedrückt. Aber das glich die negativen Folgen der Zuckermarktreform nicht aus, wie Birlenberg sagte. Zu schaffen machten den Zuckerfirmen in der EU der im Zuge der Reform gesenkte Zuckerpreis und die verringerten Quotenmengen. Die Folge: Der Nordzucker-Umsatz schrumpfte 2008/09 (28. 2.) von 1,3 auf 1,2 Milliarden Euro. Beim Gewinn musste der Konzern noch mehr Federn lassen: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 35,4 Prozent auf 165 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss brach um gut 45 Prozent auf 43,8 Millionen Euro ein. Die Dividende soll von 0,48 auf 0,22 Euro gekürzt werden.

Ein negatives Ergebnis lieferte der Geschäftsbereich Erneuerbare Energie mit der Tochter fuel 21 ab, was Nordzucker-Vorstand Martin Wienkenhöver unter anderem mit dem Preisdruck bei Bioethanol begründete. Die Ethanolfabrik in Kleinwanzleben laufe mit voller Auslastung, müsse aber noch „optimiert“ werden. Aus der Pilotanlage zur Produktion von Biogas aus Rüben, die Nordzucker mit einer Tochter des Energiekonzerns e.on betreibt, könnte bald eine Großanlage werden. Dafür würden mögliche Standorte mit Blick auf die Verfügbarkeit der Rüben und eine Gasleitung zur Einspeisung des Biogases geprüft, sagte Wienkenhöver.

Stefan Winter 26.06.2009
Helmuth Klausing 25.06.2009