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Nachrichten Wirtschaft Noch Hoffnung für Schiffbau in Emden
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20:47 04.10.2009
Von Jens Heitmann
Der Werftenverbund TKMS bleibt an den Nordseewerken beteiligt.
Der Werftenverbund TKMS bleibt an den Nordseewerken beteiligt. Quelle: ddp
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Er will im November nach Algerien reisen, um den Werftenverbund ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bei der Akquise eines Auftrags für den Bau von Fregatten zu unterstützen. Man setze dabei auch auf die Unterstützung der Bundesregierung, sagte Rösler.

TKMS hatte nach dem Verkauf der Nordseewerke an den Windkraftanlagenzulieferer Siag Schaaf erklärt, den Schiffbau in Emden auslaufen zu lassen. Der Konzern will sich auf den Bau von Marineschiffen, Großjachten und den Reparaturbetrieb in Hamburg und Kiel konzentrieren. Doch inzwischen klingt diese Ankündigung nicht mehr ganz so strikt. In einer am Freitag mit der Landesregierung, der Gewerkschaft und dem Betriebsrat geschlossenen „Rahmenvereinbarung“ sagt TKMS zu, den Ausstiegsbeschluss in einem Jahr noch einmal zu überprüfen. „Damit haben wir das endgültige Aus für den Schiffbau in Emden verhindert“, sagte Heino Bade, Schiffbauexperte der IG Metall Küste und Vizeaufsichtsratschef bei TKMS.

Aus Verhandlungskreisen verlautete allerdings, es sei aus heutiger Sicht nicht sehr wahrscheinlich, dass zwei ursprünglich für Emden vorgesehene Fregatten auch tatsächlich dort gebaut würden – TKMS will die Schiffe vom Typ F 125 bei Blohm + Voss in Hamburg fertigen. Landesregierung und Arbeitnehmervertreter sehen jedoch Chancen, dass der Windkraftanlagenbauer Bard zwei Spezialschiffe bei den Nordseewerken in Auftrag geben könnte. Mit der Qualität des ersten in Litauen gebauten Schiffes zur Errichtung von Windrädern auf dem Meer sei das Unternehmen nicht zufrieden, hieß es.

Vorerst ruhen die Hoffnungen in Emden jedoch vor allem auf dem Investor Siag Schaaf. Das Unternehmen will die Hälfte der rund 1400 Mitarbeiter starken Belegschaft der Nordseewerke übernehmen, 375 Mitarbeiter bleiben bei TKMS, 100 Mitarbeiter sollen freiwillig oder über Altersteilzeit ausscheiden. Für die übrigen Arbeitsplätze werde die Bestandsfrist von einem Jahr auf 24 Monate erweitert, heißt es in der Rahmenvereinbarung. Es sei das Ziel aller Beteiligten, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Darüber hinaus will sich TKMS mit 20 Prozent an dem noch zu gründenden Unternehmen Siag Nordseewerke GmbH beteiligen. Über Einhaltung des Vertrag wacht ein sogenannter Integrationsbeirat aus Vertretern von TKMS, Gewerkschaften und der Landesregierung.

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