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20:08 10.10.2019
Die Industrie wurde schon vor Längerem vom Abschwung erfasst. Die Auftragseingänge gehen zurück. Quelle: Bernd Wüstneck/zb/dpa
Hannover

In der niedersächsischen Wirtschaft herrscht Pessimismus. Mit Ausnahme des Baugewerbes stellen sich alle anderen Branchen auf härtere Zeiten ein. „Wir können nicht länger von einer Delle sprechen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Niedersachsen, Horst Schrage, am Donnerstag in Hannover. „Wir sehen nicht, wo der Wendepunkt sein könnte.“ Das Konjunkturbarometer, das auf einer Umfrage unter 1900 Unternehmen beruht, ist im vergangenen Quartal zum siebten Mal in Folge gefallen. Es gehe immer schneller bergab, erklärte die IHK. Stellenstreichungen in Industrie und Handel stünden bevor. „Der Arbeitsmarkt hat seinen Zenit erkennbar überschritten.“

Anfang des Jahres hatte die IHK – stabile politische Rahmenbedingungen vorausgesetzt – für 2019 ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent und bis zu 60 000 neue Arbeitsplätze in Niedersachsen vorhergesagt. Im Sommer musste sie ihre Prognose halbieren. Jetzt wäre man schon froh, wenn es für ein halbes Prozent reicht. Bis Ende Juni hätten die Unternehmen rund 30 000 Arbeitsplätze geschaffen, sagte IHK-Konjunkturexperte Martin Knufinke. „Wenn wir bis zum Jahresende bei 40 000 neuen Stellen landen, wäre das ein gutes Ergebnis.“

Geschäftserwartungen der Firmen sinken

Zunächst stand vor allem die Industrie unter Druck. Deren Abschwung habe inzwischen auch andere Branchen erfasst, erläuterte die IHK Niedersachsen. Mit dem Konsum und den Dienstleistungen drohten auch weitere Stützen der Konjunktur wegzusacken, sagte Schrage. Neben dem Brexit und dem Dauerkonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China stehe die hiesige Wirtschaft auch vor gravierenden strukturellen Herausforderungen – etwa der Digitalisierung oder dem Umbruch in der Automobilindustrie. „Bei aller Konzentration auf die Energie- und Klimawende sollte die Politik nicht übersehen, dass wir auch vor einer Wende in der Konjunktur stehen“, sagte Schrage.

Nur noch etwa 28 (Vorquartal: 31) Prozent der Firmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut. Nach wie vor um die 59 Prozent sind zufrieden. 11 Prozent sind unzufrieden – ein Anstieg um 3 Prozentpunkte. Für die kommenden Monate rechnen noch 12 (Vorquartal: 13) Prozent der Unternehmen mit einer Belebung. Rund 55 (Vorquartal: 65) Prozent erwarten keine Veränderung. 33 Prozent befürchten eine Verschlechterung – ein Plus von 11 Prozentpunkten.

Bauindustrie trotzt dem Abschwung

In der Industrie sehen bereits 28 Prozent der Unternehmen ihren Auftragsbestand als zu gering an. Das Polster des langen Aufschwungs scheine aufgebraucht zu sein, hieß es bei der IHK. Bis zum Sommer hätten die Betriebe trotz des bereits spürbaren Abschwungs noch steigende Umsätze erzielt. Im zurückliegenden Quartal waren die Erlöse erstmals rückläufig. Dies habe auch vom Konsum abhängige Wirtschaftsbereiche wie die Nahrungsmittelbranche oder die Papier- und Pappeindustrie betroffen.

Nur im Baugewerbe geht es weiter aufwärts. „Die ausgelasteten Kapazitäten treffen auf eine unverändert hohe Nachfrage in allen Bereichen“, berichtete die Kammer. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Weder bei Wohnungen noch bei Gewerbeimmobilien oder im öffentlichen Hoch- und Tiefbau sei eine signifikante Abschwächung zu erkennen. „Das sollte der Politik auch deutlich machen, dass ein klassisches Konjunkturprogramm der Wirtschaft kaum weiterhelfen könnte“, sagte Schrage. „Damit würde man nur die Nachfrage am Bau zusätzlich ankurbeln. Dabei haben die Firmen schon jetzt Schwierigkeiten, ihre Aufträge abzuarbeiten.“

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