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Nachrichten Wirtschaft Kaufprämie für Elektroautos gefordert
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00:15 17.04.2015
Von Heiko Randermann
Niedersachsen fordert eine Kaufprämie für Elektroautos.
Niedersachsen fordert eine Kaufprämie für Elektroautos. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Niedersachsen will der Elektromobilität mit einer staatlichen Kaufprämie für E-Autos einen Schub verleihen. Das Landeskabinett hat gestern bei seiner Sitzung auf dem Messegelände eine entsprechende Bundesratsinitiative beschlossen. Außerdem wird es eine Werbetour für E-Autos durch sieben Städte geben, bei der 7000 Niedersachsen die Chance bekommen sollen, ein Elektromobil Probe zu fahren.
„Wir müssen uns sehr viel stärker engagieren, damit Elektroautos den Durchbruch auch auf dem deutschen Markt schaffen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

Von dem einstmals ausgegebenen Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2020 eine Million E-Autos auf deutschen Straßen zu haben, sei man meilenweit entfernt. Gerade einmal 24 000 Elektroautos schnurren derzeit durch die Republik, in Niedersachsen sind es 3500.

„Wir müssen es dem Verbraucher leichter machen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Das Kabinett habe deshalb – nach dem Vorbild der Abwrackprämie vor einigen Jahren
– eine Bundesratsinitiative für eine Kaufprämie für E-Autos beschlossen. Privatpersonen sollen beim Erwerb eines reinen Elektroautos 5000 Euro und beim Kauf eines Plug-in-Hybrids mit weniger als 50 Gramm Kohlendioxid je Kilometer 2500 Euro Zuschuss vom Staat erhalten. Außerdem soll die Bundesregierung dazu aufgefordert werden, die Versorgung mit Ladestationen auf Rastplätzen, Park+Ride-Plätzen oder an Bahnhöfen deutlich zu verbessern.

Der Kaufpreis für Elektroautos ist nach wie vor eines der größten Hindernisse. Mit knapp 35 000 Euro ist der E-Golf fast doppelt so teuer wie der äußerlich identische Benziner. Der Kleinwagen VW Up kostet als Benziner knapp 10 000 Euro, als E-Modell dagegen 26 000 Euro.

„Ohne eine gezielte Förderung besteht die Gefahr, dass deutsche Hersteller und Zulieferer auf einem wichtigen wirtschaftlichen Zukunftsfeld den Anschluss verlieren“, sagte Lies. Technik werde nur dort weiterentwickelt, wo sie auch genutzt werde. Wenn der Bund für drei Jahre 250 Millionen Euro zur Verfügung stellen würde, könnte damit der Kauf von 50 000 E-Fahrzeugen gefördert werden. Lies rechnet allerdings nicht mit einer ungeteilten Unterstützung aller Bundesländer.

Es habe zwar beim vergangenen Treffen der Verkehrsminister einen Beschluss für eine Prämie gegeben, bei dem alle zugestimmt hätten. Doch er gehe „nicht davon aus, dass alle sofort begeistert sind“ von der Bundesratsinitiative. Länder, in denen die Automobilindustrie nicht so stark vertreten sei, müssten sicherlich noch überzeugt werden, sagte Lies. Die FDP im Landtag kritisiert die Prämie. Staatliche Kaufanreize seien „unsinnig“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, Gabriele König. „Das Geld wäre besser in der Forschung und Entwicklung angelegt, um Elektroautos auch auf dem Markt attraktiv zu machen.“
Die Landesregierung will außerdem mit einer Sieben-Städte-Tour Werbung für Elektroautos machen. Insgesamt 30 Fahrzeuge von fünf Herstellern sollen für zwei Tage an einem zentralen Ort ausgestellt werden. Ziel ist, dass möglichst viele Besucher sich für eine Probefahrt anmelden können.

„Man muss das Thema Elektromobilität im wahrsten Wortsinne erfahren“, sagte Ulrich Krämer, Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, der neben der Metropolregion als Partner die Städtetour unterstützt. Dabei gehe es auch darum, Falschinformationen entgegenzuwirken – etwa dass es zu wenige Ladestationen für Autos gebe oder die Fahrzeuge eine zu geringe Reichweite für den Alltag hätten. Tatsächlich schaffen die meisten 150 bis 200 Kilometer, bis sie an einer Schnellladestation für eine halbe Stunde oder an einer normalen Steckdose über Nacht für 12 Stunden wieder komplett aufgeladen werden müssen.

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