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Wirtschaft Branchenschau zum Mobilfunkstandard 5G: Messe hofft auf Kassenschlager
Nachrichten Wirtschaft Branchenschau zum Mobilfunkstandard 5G: Messe hofft auf Kassenschlager
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21:17 04.09.2019
Auch auf der Hannover Messe war der neue Mobilfunkstandard 5G bereits ein wichtiges Thema. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hannover

Die Deutsche Messe will zum Marktplatz für die fünfte Mobilfunkgeneration werden. Vier Monate nach der Versteigerung der Mobilfunklizenzen beginnt auf dem Messegelände mit der 5G CMM Expo ein Kongress (8. bis 10. Oktober), an dem sich rund 100 Aussteller mit Anwendungsbeispielen beteiligen. Im Dezember 2020 möchten die Veranstalter daraus eine größere Veranstaltung machen, auf der das Potenzial des neuen Standards gezeigt wird. CMM steht für „Connected Mobile Machines“. „Die 5G-Technologie steht am Anfang der nächsten großen Innovationswelle in der Industrie“, sagte Messe-Chef Jochen Köckler am Mittwoch in Hannover.

Der neue Mobilfunkstandard gilt als Turbo für die Datenkommunikation und zen­traler Hebel für die immer stärkere Automatisierung und effizientere Produktionsprozesse. Durch die höhere Übertragungsgeschwindigkeit verkürzen sich zum einen die Reaktionszeiten, zum anderen lassen sich mehr Daten von Teilnehmern in einer Funkzelle verarbeiten. Weil die Maschinen künftig nahezu ohne Verzögerung auf Anweisungen aus dem Netz reagieren, könnte dies fahrerlosen Transportsystemen, mobilen Werkzeugen und kabellos vernetzten Anlagen zum Durchbruch verhelfen. „5G ist eine Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung“, sagte Prof. Hans Schotten vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz.

Industrie steht bei Anwendungen im Fokus

Während sich die Weiterentwicklung des Mobilfunks bisher vor allem an den Bedürfnissen der Privatkunden orientiert hat, stehen beim neuen Standard industrielle Anwendungen stärker im Mittelpunkt. „Als normaler Smartphone-Nutzer brauche ich das eher nicht“, sagte der Vorsitzende der „Alliance for Connected Industries and Automation“, Andreas Müller. Die Lobbygruppe wurde Anfang vergangenen Jahres vom Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie gegründet. Inzwischen habe man bereits 55 prominente Mitglieder, sagte Müller.

Auf der diesjährigen Hannover Messe demonstrierten die Veranstalter zusammen mit Nokia und Qualcomm bereits ein Mobilfunknetz der Zukunft. In der „5G-Arena“ konnten Aussteller Anwendungsbeispiele präsentieren. Das Ziel sei nun, den neuen Standard auf dem 100 Hektar großen Gelände anzubieten, sagte Köckler. Die Ausschreibung dafür laufe bereits. Mit dem Kongress Anfang Oktober wolle man Unternehmen, Wissenschaftler, Verbände und Politik zusammenbringen, auch um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Maschinenbau sorgt sich um den Mittelstand

Bei der Mitte Juni beendeten Auktion für die neuen 5G-Mobilfunkfrequenzen haben die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch den Zuschlag bekommen – der Bund kassierte bei der Versteigerung insgesamt 6,55 Milliarden Euro. Konzerne wie Siemens, BASF oder Volkswagen haben großes Interesse daran, eigene Netze zu betreiben. Mit solchen Anlagen wollen sie sich unabhängiger von den Netzbetreibern machen.

Aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbaus sei es wichtig, dass der Mittelstand beim Aufbau sogenannter Campus-Netze nicht benachteiligt werde, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Elektrische Automation, Reinhard Heister: „Das muss auch für kleinere Firmen erschwinglich sein.“ Das Land Niedersachsen will Firmen unterstützen, wenn sie sich um Förderprojekte bewerben. „Wir wollen überall dabei sein, wo solche Töpfe aufgestellt werden“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Muhle (CDU).

Private Nutzer können den schnellen Mobilfunk nur mit 5G-kompatiblen Smartphones nutzen. In Niedersachsen etwa hat der Vodafone-Konzern Mitte Juli als Vorreiter in Bennemühlen in der Gemeinde Wedemark eine 5G-Antennenanlage freigeschaltet.

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Von Jens Heitmann

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