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20:32 28.03.2019
Wartende Passagiere am Flughafen Frankfurt (Archivfoto) Quelle: imago/Jan Huebner
Frankfurt

Der zweite Luftfahrtgipfel ist beendet, und schon wird die Forderung nach einem dritten Spitzentreffen laut. Dafür macht sich zumindest Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), stark. Künftig müssten dann auch die Verbraucherinteressen berücksichtigt werden. Das Ergebnis fiel dagegen dünn aus.

Nach den Zahlen des Fluggast-Portals AirHelp ist hierzulande die Zahl der gestrichenen oder verspäteten Flüge innerhalb von zwei Jahren um gut die Hälfte gestiegen. Allein im vorigen Sommer mussten 30.000 Flüge gestrichen werden. Als Reaktion darauf wurde für Oktober der erste Luftfahrtgipfel einberufen. Seinerzeit wurde ein Sofortprogramm mit 24 Punkten beschlossen. Vieles davon ist noch nicht abgearbeitet worden.

Video: So sucht soll ein Flug-Chaos verhindert werden

Am Donnerstagfrüh kamen Vertreter von Politik, Airlines, Flughäfen, Flugsicherung und Behörden in Hamburg zusammen, um über die Lage im Flugverkehr zu beraten. Bei dem Treffen sollten eigentlich erste Ergebnisse präsentiert werden, mit denen Verspätungen und Flugausfälle in der Reisesaison vermieden werden können. Doch das Ergebnis fällt ernüchternd aus: „Wir wollen ein gutes Mobilitätsangebot für die Bürger, und wir arbeiten intensiv daran“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). „Doch in diesem Sommer können wir noch nicht alle glücklich machen.“ Reisende müssen sich also erneut auf lange Wartezeiten an den Flughäfen einstellen.

Die Verbraucher werden die Leidtragenden sein

Für den VZBV-Chef ist klar: „Verbraucher werden wieder die Leidtragenden sein. Ihre Interessen wurden bislang nicht berücksichtigt. Das muss sich dringend ändern.“ Die Lage bleibe angespannt, hieß es nach dem Treffen in Hamburg. Der Luftverkehr über Deutschland ist schneller gewachsen, als die Behörden kalkuliert haben. Nun braucht es aber Jahre, um einerseits die Regularien für die Flugsicherung auf europäischer Ebene zu verändern und andererseits zusätzliche Lotsen auszubilden, die das höhere Verkehrsaufkommen bewältigen können.

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Verbraucherschützer Müller fordert, dass Verkehrsminister Scheuer dem Staatsbetrieb Deutsche Flugsicherung (DFS) mehr auf die Finger schaut: „Wenn Reisende ihren gebuchten Flug nicht antreten können, weil eine Software bei der Flugsicherung nicht funktioniert oder Personal fehlt, ist das nicht hinnehmbar“, sagte er mit Blick auf massive Probleme mit einem neuen Computerprogramm am DFS-Standort im hessischen Langen. Aus Sicherheitsgründen wurde die Zahl der zulässigen Flugbewegungen im Südwesten und in der Mitte Deutschlands um ein Viertel reduziert. Am Donnerstag wurden die Beschränkungen wieder aufgehoben, nachdem man eine „bewährte Vorgängerversion“ der Software wieder installiert hatte.

Müller verwies darauf, dass das zweite große Problem im hiesigen Flugverkehr noch nicht ansatzweise gelöst sei: die langen Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen. Wo Fortschritte durch den Einsatz neuer Technik erreicht worden seien, handele es sich um Modellversuche, eine flächendeckende Verbesserung sei nicht absehbar.

Verbraucherschützer wollen mehr Rechte für Fluggäste

„Es kann nicht sein, dass man für einen Anderthalb-Stunden-Flug mehr als zwei Stunden vorher am Flughafen sein muss“, sagte Müller, dem es vor allem darum geht, die Rechte der Fluggäste zu stärken: Es müsse einfacher werden, Entschädigungen bei Überbuchungen, Flugausfällen und Verspätungen zu bekommen.

Die Airline-Kunden können bei verschiedenen Schlichtungsstellen ihre Ansprüche anmelden. Doch die Verfahren werden von den Fluggesellschaften immer wieder in die Länge gezogen – es ist ein offenes Geheimnis, dass damit versucht wird, geprellte Kunden abzuschrecken und zu entmutigen. Verbraucherschützer haben der Politik immer wieder vorgeworfen, zu laxe Bestimmungen beim Schadensersatz für Fluggäste zu tolerieren.

Das wiederum hatte Airlines ermutigt, ihre Flugpläne möglichst eng zu stricken. Immerhin haben viele Unternehmen nach Aussagen von Ralf Teckentrup, Chef des Ferienfliegers Condor und Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), aber für diesen Sommer größere Puffer eingeplant. Auch stünden mehr Reserveflugzeuge und mehr Reserve-Crews zu Verfügung.

Von RND/Frank-Thomas Wenzel