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Wirtschaft 500.000 Euro für das Wohl der Hühner
Nachrichten Wirtschaft 500.000 Euro für das Wohl der Hühner
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21:26 01.12.2014
Die Hühner, wenn wie hier auch nur als Attrappen, im Blick: Agrarwissenschaftler Robby Andersson (l.) von der Hochschule Osnabrück und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).
Die Hühner, wenn wie hier auch nur als Attrappen, im Blick: Agrarwissenschaftler Robby Andersson (l.) von der Hochschule Osnabrück und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Quelle: dpa
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Hannover

Die Lebensmittelketten Edeka und Rewe unterstützen das Projekt und bieten die von den „Projekt-Legehennen“ gelegten Eier in ihren Geschäften an. Auch der Verband Niedersächsische Geflügelwirtschaft stellt sich hinter den Modellversuch.

Innerhalb der konventionellen Landwirtschaft wird dem Großteil der Hühner der Schnabel gekürzt – von „fast 90 Prozent der Legehennen“ sprach Meyer gestern bei der Vorstellung des Projekts. Mit dem Kürzen soll verhindert werden, dass sich die Tiere untereinander kannibalisieren und einander Wunden zufügen. Was ursprünglich als Ausnahme gedacht war, sei „leider die Regel“ geworden, betonte Meyer. Im Ökolandbau hingegen ist das Schnäbelkürzen bereits jetzt verboten. Das Land fördert das zweijährige Modellprojekt mit rund 500.000 Euro.

„Die Verhaltensstörungen der Tiere haben eine oder mehrere Ursachen“, betonte Robby Andersson von der Hochschule Osnabrück. Diese gelte es zu reduzieren. An 20 Herden mit jeweils 4600 Tieren untersuchen daher Forscher aus Osnabrück und der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover in einem Betrieb in Lohnde (Region Hannover), welchen Einfluss UV-Licht auf die Tiere hat und ob bestimmtes Material, mit dem sich das Geflügel beschäftigen kann, das aggressive Verhalten verändert. „Wir sehen uns das Verhalten der Tiere genau an“, sagte Birgit Spindler von der TiHo. Die Wissenschaftler seien wöchentlich in dem Landwirtschaftsbetrieb.

3 Cent pro Ei mehr für einen heilen Schnabel

Mit dem Angebot von Rewe und Edeka könnten Kunden die Verbesserung des Tierwohls honorieren, betonte Meyer. Auf den Verbraucher käme eine Preissteigerung von etwa 3 Cent pro Ei zu. Bei einem Durchschnittsverbrauch der Deutschen von 217 Eiern pro Jahr müssten die Konsumenten rund 54 Cent pro Monat oder 6,51 pro Jahr mehr zahlen. „Ich bin mir sicher, dass die Verbraucher gerne diesen geringfügigen Mehrpreis im Sinne des Tierschutzes zahlen werden“, sagte der Minister.

Bei Edeka, wo ab Januar die Eier aus dem Pilotprojekt angeboten werden, betrage der Preisunterschied zwischen einem herkömmlichen Ei aus Bodenhaltung und dem „Tierschutzwohl-Ei“ sogar nur 2 Cent, betonte eine Unternehmenssprecherin. Ein Sechserpack Eier aus Bodenhaltung koste 1,19 Euro. Das halbe Dutzend der Eier von Hühnern ohne gestutzten Schnabel soll für 1,29 Euro zu kaufen sein. Rewe biete die Eier bereits in seinem Vollsortimenter und bei seinem Discounter Penny an, sagte Ludger Breloh vom Kölner Unternehmen.

Es sei sehr wichtig, dass die Landwirte mehr Geld pro Ei bekommen, betonte Friedrich-Otto Ripke, Präsident der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft. „Das ist eine gute Motivation für uns.“ Schließlich müsse der Einsatz für mehr Tierwohl für die Geflügelbauern auch ökonomisch zu schultern sein.

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