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Wirtschaft Messe rutscht tiefer in die roten Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Messe rutscht tiefer in die roten Zahlen
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22:23 05.01.2015
Von Jens Heitmann
In den Miesen: Die Deutsche Messe AG schreibt rote Zahlen.
In den Miesen: Die Deutsche Messe AG schreibt rote Zahlen. Quelle: Christian werner
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Hannover

„Wir sind in unserem Kerngeschäft kontinuierlich besser geworden“, sagte Messe-Chef Wolfram von Fritsch. Die Abweichung von der Planung sei vor allem auf Währungseffekte zurückzuführen und darauf, dass der Servicebereich nicht so gut abgeschnitten habe wie erhofft.

Der Vorstand hatte sein ursprüngliches Umsatzziel von 300 Millionen bereits im Sommer um 20 Millionen Euro nach unten korrigiert; dies wurde am Ende auch erreicht. Insbesondere die Hannover Messe blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Industrieschau lockte zwar mehr Aussteller an als die vergleichbare Veranstaltung im Jahr 2012, bei der Zahl der Besucher und der vermieteten Fläche blieb sie jedoch dahinter zurück.

Die IT-Schau Cebit erfüllte ebenfalls die Erwartungen nicht. Nach der Umstellung auf eine reine Business-Messe hatten die Verantwortlichen zwar mit einem Einbruch gerechnet, dieser fiel am Ende aber noch größer aus als befürchtet. Mit einer Fläche von 106 000 Quadratmetern markierte die Cebit einen weiteren Tiefpunkt.

Auch mit Blick auf die kommenden Jahre korrigiert die Messe ihre Ziele nun nach unten. Bisher wollte das Unternehmen im Zeitraum von 2014 bis 2017 zusammengenommen einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaften und nach Steuern eine schwarze Null ausweisen. Nun rechne der Vorstand kumuliert mit einem Verlust von knapp 3 Millionen Euro, hieß es.

Hoffnungsträger der Messe ist das Geschäft im Ausland. Von 65 Millionen Euro im vergangenen Jahr sollen die Erlöse den Planungen zufolge auf knapp 80 Millionen Euro steigen. Besonders hoch sind die Erwartungen mit Blick auf China und die Türkei, aber auch andere Regionen sollen zum Wachstum beitragen; zuletzt ist die Messe in Indonesien aktiv geworden.

An ihren mittelfristigen Zielen hält die Messe fest: Von 2017 an will man bei einem Umsatz von rund 400 Euro dauerhaft eine Rendite von 3,5 Prozent erzielen - bisher fallen in den ungeraden Jahren aufgrund der turnusbedingt unterschiedlich gefüllten Veranstaltungskalender immer Verluste an. Allerdings tut sich der Vorstand bei der Umsetzung dieser Pläne schwerer als gedacht. Besonders Aussteller auf der Hannover Messe wollen offenbar gern an ihrem angestammten Rhythmus festhalten. Gegen den Willen der Kunden lasse sich kein Turnuswechsel durchsetzen, hieß es. Für 2015 strebt die Messe einen Umsatz von knapp 330 Millionen Euro und einen Gewinn von 5 Millionen Euro an.

05.01.2015
05.01.2015