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20:57 21.11.2014
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky (links).
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky (links). Quelle: dpa
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Berlin

Wie zuvor schon die Konkurrenz EVG willigte auch die Lokführergewerkschaft GDL am Freitag in eine Fortsetzung der Verhandlungen ein, und zwar bereits am kommenden Freitag in Berlin. "Wir haben damit gezeigt, dass es uns nicht um den Streik an sich geht", erklärte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitagabend in Frankfurt. Die Bahn hatte der GDL ein Angebot vorgelegt, das neben den Lokführern nunmehr auch die Zugbegleiter umfasste, nicht aber weitere Berufsgruppen wie Bordgastronomen oder Disponenten.

Dies sei nun Sache weiterer Verhandlungen, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Er sei weiterhin optimistisch, einheitliche Abschlüsse mit beiden Gewerkschaften erreichen zu können. "Wir sind da sehr transparent." Bereits am Mittag hatte sich die Bahn mit der anderen Bahngewerkschaft EVG auf den 12. Dezember vertagt.

Mindestens bis 3. Dezember verzichtet die EVG auch auf einen Arbeitskampf. Am Nachmittag stehen noch die Gespräche mit der GDL an, die schon mehrfach gestreikt hat. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezifferte die Schäden des Bahnstreiks für die Wirtschaft durch die Arbeitskämpfe auf eine halbe Milliarde Euro und warnte vor weiteren Streiks in der Vorweihnachtszeit.

Die EVG verlangt für ihre Mitglieder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber eine Steigerung der Gehälter um 150 Euro. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, 37 statt 39 Stunden Wochenarbeitszeit sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konfliktes ist aber, dass die GDL nicht mehr allein für die rund 20.000 Lokführer, sondern auch für ihre Mitglieder unter den rund 17.000 Zugbegleitern und Rangierführern eigene Verträge abschließen will. Diese hat bislang die EVG ausgehandelt, die nun im Gegenzug auch für die Lokführern unter ihren Mitgliedern sprechen will. Die Bahn lehnt aber unterschiedliche Verträge für dieselbe Beschäftigtengruppe ab.

Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba äußerte sich nach der Gesprächsrunde enttäuscht: "Das heute vorgelegte erste Angebot einer Tariferhöhung entspricht in keinster Weise unseren Forderungen." Statt der Erhöhung aller Gehälter um mindestens 150 Euro, was vor allem Geringverdienern zugutekommen würde, sei nur eine Einmalzahlung angeboten worden. Zudem benötige man mehr Zeit zur Prüfung der Details. Am 3. Dezember wolle sich die EVG-Tarifkommission damit befassen, sagte Rusch-Ziemba. Bis dahin werde nicht gestreikt.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber nannte das Angebot auf insgesamt 607 Seiten dagegen eine gute Basis für weitere Verhandlungen: "Sie sind nicht unterbrochen, sie sind nicht gescheitert, wir sprechen weiter - das ist eigentlich die richtige und gute Nachricht", sagte er nach dem Treffen. Es sei möglich, bis Weihnachten zu einem Ergebnis zu kommen.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben warnte in der "Bild"-Zeitung besonders vor Streiks in der Vorweihnachtszeit, die den Weihnachtsmarkt- und Einkaufstourismus ausbremsen würden. "Die vielen Bahnstreiks sind schon jetzt ein Bremsklotz für die Konjunktur", sagte er. "Transport und Arbeitszeit fallen aus, ausbleibende Lieferungen sorgen für Engpässe."

Der Schaden durch die jüngsten Streiks betrage für die Wirtschaft mehr als eine halbe Milliarde Euro. Die Bahn hatte ihren Schaden auf mindestens 100 Millionen Euro beziffert.

Reuters

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