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Wirtschaft Landesbauernverband fordert Mindestpreis für Milch
Nachrichten Wirtschaft Landesbauernverband fordert Mindestpreis für Milch
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12:46 01.10.2009
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Zwar zeichneten sich erste zaghafte Anzeichen für eine positive Trendwende ab, sagte Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte am Donnerstag in Wunstorf bei Hannover. „Unsere Betriebe benötigen aber jetzt dringend Hilfe, um das rettende Ufer überhaupt erreichen zu können.“ Die EU müsse den Milchmarkt stabilisieren und den Absatz beleben. Nationale Alleingänge, wie sie der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter fordere, lehnt das Landvolk allerdings ab.     

 Die Milchbauern bekommen derzeit von den Molkereien etwas mehr als 20 Cent pro Liter. Sie fordern das Doppelte und sehen ihre Existenz bedroht. In Niedersachsen gibt es nach Landvolk-Angaben derzeit noch rund 14 000 Milchbauern.    

Am Freitag findet bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Milchgipfel statt. Dazu hat Merkel Bauernpräsident Gerd Sonnleitner, den Chef des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, sowie Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) eingeladen. Merkel will Deutschland mit einer einheitlichen Position in die kommenden Gespräche auf EU-Ebene führen.    

Korte begrüßte das Treffen, machte aber deutlich, dass das Landvolk keine übertriebenen Erwartungen daran hat. Zwar hätten Bauernverband und BDM ein Ziel, nämlich höhere Milchpreise. Über die Wege dahin aber gebe es unterschiedliche Vorstellungen. So lehnt das Landvolk die BDM-Forderung ab, in Deutschland die Milchmenge zu senken, um höhere Preise zu ermöglichen. Dies helfe nicht weiter, weil der Milchmarkt ein internationaler Markt sei. Die Folge wäre der Verlust von Marktanteilen. „Es ist ein europäisches Problem, es muss auch europaweit angepackt werden." Zudem gebe es keine Probleme mit der Überlieferung des Marktes, sondern angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise einen Nachfrageeinbruch. Darunter leider auch der Export.    

Das Landvolk forderte etwa, den sogenannten Interventionspreis der EU für Milch um mindestens 15 Prozent anzuheben. Dies würde laut Korte bedeuten, dass der Preis zumindest auf rund 26 Cent pro Liter steigt. Der Interventionspreis ist ein Mindestpreis. dpa

01.10.2009
01.10.2009
Jens Heitmann 30.09.2009