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Wirtschaft DHL-Konkurrenz bietet Post mit Uni-Box Paroli
Nachrichten Wirtschaft DHL-Konkurrenz bietet Post mit Uni-Box Paroli
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09:00 06.08.2015
Von Astrid Fabricius
Eine Lösung für Menschen mit Platz im Vorgarten: Mit dem Paketkasten der Deutschen Post weiß der Zusteller, wohin mit der Sendung – auch wenn der Empfänger nicht zu Hause ist.
Eine Lösung für Menschen mit Platz im Vorgarten: Mit dem Paketkasten der Deutschen Post weiß der Zusteller, wohin mit der Sendung – auch wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Quelle: DHL
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Für die Paketdienstleister ist der wachsende Onlinehandel Rückgrat und Beschleuniger ihres Geschäfts. Je mehr die Kunden im Internet per Mausklick bestellen, desto besser für die Deutsche Post DHL und ihre Konkurrenten. Dabei gilt eine schnelle und einfache Zustellung nicht nur als Qualitätsausweis der Versender, sie ist auch ein Mittel der Kundenbindung und das A und O im Paketgeschäft.

Der Paketkasten im Vorgarten gilt bei den Unternehmen als die bequemste Lösung für den Empfänger. Das erspart eine Menge Lauferei und Ärger. Seit gut einem Jahr bietet die Post solche Paketboxen an. Und jetzt stehen die Konkurrenten Hermes, DPD und GLS kurz vor der Einführung ihrer gemeinsam entwickelten Unibox. Den Startschuss wollen sie voraussichtlich im Oktober geben und der Post damit Paroli bieten.

Details werden aber noch nicht verraten. „Die Paketdienste haben im vergangenen Jahr ein marktreifes Konzept für einen anbieterneutralen Paketkasten entwickelt“, betont Peter Rey vom Paketdienstleister DPD. Ob die Unibox nun einen Kleinkrieg in den Vorgärten der Kunden um das beste System entfacht, muss abgewartet werden. Die Post hat mit ihrer Box jedenfalls einen klaren Zeitvorsprung.

Die Nachfrage nach Paketkästen sei bis heute erfreulich hoch, betonte Dunja Kuhlmann von der Deutschen Post DHL. „Aus unserer Sicht hat der Paketkasten nach wie vor das Potenzial, sich auf absehbare Zeit als feste Größe im Briefkastenmarkt zu entwickeln.“ Und sie ergänzt: Die Post habe durch ihren Vorstoß Bewegung in den Markt gebracht.

Dabei sind die Bonner inzwischen schon ein Stück weiter: Hatte man beim Start im Mai 2014 noch in erster Linie die Besitzer von Einfamilienhäusern mit Vorgarten im Blick, startete das Unternehmen in diesem Jahr Paketkästen auch in Mehrfamilienhäusern. So läuft derzeit bei Mietern der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington in Dortmund und Berlin ein Pilotprojekt.

„Größte Erfindung seit dem Briefkasten"

Doch der Paketkasten, nach Worten von Jürgen Gerdes aus dem Postvorstand die „größte Erfindung seit dem Briefkasten“, hat einen entscheidenden Nachteil. Die Box ist nur für Zusteller des eigenen Unternehmens reserviert - aus Qualitäts- und Sicherheitsgründen, beteuert die Post. Da Onlinekunden bei ihrer Bestellung im Internet aber oft keinen Einfluss darauf haben, wer die Pakete liefert, müssen sie am Ende trotz Box im Vorgarten zur Abholung in den Paketshop laufen.

Hinzu komme, dass immer mehr Versender inzwischen auf eine Mehrdienstleisterstrategie bauten, glaubt Ingo Bertram von Hermes. Ein Beispiel hierfür sei der Onlinehändler Amazon. Dass der Zeitvorsprung der Post ein Nachteil für die Unibox sein könnte, glaubt er nicht: Die Unibox arbeite mit einem offenen System und biete viele Anwendungsmöglichkeiten. Sie wird nach dem Willen ihrer Erfinder allen Paketdienstleistern zur Verfügung stehen.

Auch das Bundeskartellamt erkannte offenbar die Vorteile für den Verbraucher und sah keinen Grund, aus Wettbewerbssicht Hermes, DPD und GLS den gemeinsamen Aufbau eines Paketkastens zu untersagen. Vor gut einer Woche erteilte die Behörde schließlich die Freigabe für die Einführung der Unibox.

Selbst die Deutsche Post will nicht gänzlich ausschließen, solche Zustelloptionen zu nutzen, auch wenn es bisher weder Gespräche dazu gegeben habe noch die Anforderungen an die Bedienung bekannt seien. Kuhlmann: „Wir werden stets dem Kundenwunsch nach einer einfachen Zustellung entsprechen und in alle Systeme Sendungen zustellen.“

Von Peter Lessmann

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