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Wirtschaft Es droht die Zerschlagung
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19:37 18.12.2018
Dunkle Wolken über der Nord/LB in Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Der Zeitplan war von Anfang an sehr ambitioniert – nun zeigt sich, dass es die Nord/LB und deren Träger mit ihrem Ehrgeiz übertrieben haben, noch vor Weihnachten einen neuen Geldgeber für die Landesbank zu präsentieren. Wirklich überraschen kann dieses Eingeständnis nicht, weil das Institut weiterhin mit zwei sehr unterschiedlichen Szenarien liebäugelt: Der Einstieg eines US-Finanzinvestors hätte ganz andere Konsequenzen als ein Zusammenschluss mit der Landesbank Hessen-Thüringen.

Wenn Niedersachsens Finanzminister jetzt offensiv die Umwandlung der Nord/LB in eine Aktiengesellschaft ins Gespräch bringt, richtet sich dieses Signal nicht nur an die Beteiligten im laufenden Bieterverfahren – es ist auch ein deutlicher Hinweis an das Lager der Sparkassen, möglichst schnell mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen. Die niedersächsischen Institute zögern bisher, auf die hessischen Forderungen nach einer Beteiligung an der unumgänglichen Kapitalerhöhung bei der Nord/LB einzugehen. Ohne diese Bereitschaft aber wird es keine Fusion unter den halbwegs gleichen Landesbanken geben.

Die Landesregierung bereitet sich deshalb auf eine harte Alternative vor: die Zerschlagung der Nord/LB. Sollte sich ein Finanzinvestor an der Landesbank beteiligen, stehen die Landesbausparkasse, die Öffentliche Versicherung und die Braunschweigische Landessparkasse zur Disposition. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, wächst mit jedem Tag, an dem sich die Sparkassen in Niedersachsen und Hessen nicht annähern. Die Zeit zwischen den Jahren beschert eine kleine Atempause – spätestens im Januar jedoch wird eine Entscheidung fallen.

Von Jens Heitmann

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