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20:49 19.09.2018
Die Bahn will digitaler werden.
Die Bahn will digitaler werden. Quelle: Jan Woitas/ZB/dpa
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Hannover

Die Älteren werden sich vielleicht noch erinnern: Als die Bahn in der Regel noch pünktlich kam, konnte sie selbst mit einer Werbekampagne für Aufsehen sorgen. „Alle reden vom Wetter“, hieß es im Herbst 1966: „Wir nicht.“ Ein halbes Jahrhundert später spricht das Unternehmen kaum noch von etwas anderem – wenn Züge nicht oder nur deutlich verspätet ihre Ziele erreichen, muss sehr oft die lästige Witterung als Entschuldigung herhalten.

Doch nicht nur die Eigenheiten von Frühling, Sommer, Herbst und Winter bereiten der Bahn Probleme, sie leidet auch unter der Überlastung ihrer Gleise. Insbesondere die großen Knotenpunkte im Netz, die das Gros der Züge Tag für Tag passieren muss, erweisen sich als zu enge Nadelöhre. Kommen noch Bauarbeiten oder technische Probleme hinzu, sind Verspätungen programmiert. Meist dauern diese deutlich länger als die „voraussichtlich fünf Minuten“, die auf der Anzeigetafel ausgewiesen werden.

Wenn die Bahn wieder attraktiver werden soll, führt kein Weg daran vorbei, das Schienennetz digital aufzupäppeln. Werden Weichen, Stellwerke, Signale und Züge mit neuester Technik vernetzt, können die Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen ICE und IC schrumpfen – das würde die Kapazität um ein Fünftel erhöhen. Einen solchen Effekt durch den Bau neuer Gleise zu erzielen dürfte unmöglich sein, selbst wenn Proteste betroffener Anwohner solche Projekte nicht verhindern. Angesichts der chronischen Unpünktlichkeit kommen Bund und Bahn um hohe Investitionen nicht herum: Die Digitalisierung der Trassen verspricht da noch den größten Erfolg.

Von Jens Heitmann

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