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Wirtschaft Kommentar: Es braucht eine Schlichtung bei der Gilde
Nachrichten Wirtschaft Kommentar: Es braucht eine Schlichtung bei der Gilde
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18:51 02.12.2019
Bei Hannovers ältestem Unternehmen rumort es seit Wochen. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Seit die Gilde-Brauerei von gut vier Jahren von der Holding TCB Beverages aus Frankfurt/Oder übernommen worden ist, werden dort merkbar unterschiedliche Gehälter bezahlt. Altbeschäftigte erhalten nach Berechnungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten bis zu 15.000 Euro höhere Jahreslöhne als Beschäftigte, die erst nach dem Eigentümerwechsel angefangen haben – bei gleicher Tätigkeit. Diese Situation kann keiner Arbeitnehmervertretung passen; gleiches Gehalt für gleiche Arbeit gehört zum gewerkschaftlichen Selbstverständnis.

Trotzdem war es mutig von der Gewerkschaft, den Arbeitskampf im September aufzunehmen und ihn über mehrere Warnstreiks bis hin zur Urabstimmung zu treiben. Die Gegenseite kann auf die angespannte Lage im Biermarkt verweisen, auf den anhaltenden wirtschaftlichen Sanierungsbedarf bei der Brauerei in der Südstadt und darauf, dass sie nie einen Hehl daraus gemacht hat, mit unterschiedlichen Gehältern in der Belegschaft zu arbeiten.

Hannovers ältestes Unternehmen tut das nicht gut

Außerdem sitzt die Geschäftsführung am längeren Hebel. Die Ruppigkeit, mit der sie jetzt die Aufspaltung der Gilde in vier Gesellschaften durchzieht, spricht dafür, dass sie ihren Mitarbeitern genau das demonstrieren will. Strategisch gesehen könnte sie Produktionsausfälle durch längere Streiks kompensieren, indem sie sich über Lohnbrauaufträge Bier bei eigenen Produktionsstätten oder bei anderen besorgt. Brauereien mit freien Kapazitäten gibt es genug.

Im Augenblick kommen beide Seiten bei der Gilde nicht wirklich zueinander. Das tut Hannovers ältestem Unternehmen nicht gut. Wenn es nicht anders geht, könnte eine Schlichtung oder eine Mediation helfen.

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Von Bernd Haase

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