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Wirtschaft Energiepreise sinken nicht von selbst
Nachrichten Wirtschaft Energiepreise sinken nicht von selbst
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18:58 21.02.2019
Ein Gaszähler misst den Verbrauch. Quelle: dpa
Hannover

Dass mehr als zwei Jahrzehnte nach der Öffnung der Energiemärkte die Kartellbehörden immer noch die Rechtmäßigkeit der Strom- und Gaspreise überprüfen müssen, sagt viel über das Gebaren der Branche aus – und über die Trägheit der Verbraucher. Nur weil ein großer Teil der Kunden den kleinen Aufwand scheut, sich einen Überblick über die aktuellen Tarife zu verschaffen, meinen etliche Lieferanten in der Grundversorgung weiterhin die Preise diktieren zu können.

Die Bequemlichkeit der Verbraucher beruht auf einem Missverständnis: Nach der Abschaffung von Monopolen sinken die Preise nicht von selbst. Die Kunden müssen ihre Verträge kündigen oder zumindest die Bereitschaft dazu bekunden, um bessere Konditionen zu bekommen. Oft ist dazu nicht einmal ein Wechsel des Versorgers nötig – auch das örtliche Stadtwerk bietet inzwischen Sonderverträge zu Bedingungen an, die nicht allzu weit hinter den Billigheimern zurückbleiben.

Die Energielieferanten rechtfertigen ihre happigen Preise in der Grundversorgung mit dem hohen Aufwand: In dieser Kategorie sammeln sich besonders viele säumige Zahler – und natürlich nagt das Wechselspiel von Mahnungen und Liefersperren an der Marge. Gleiches gilt für die garantierte Versorgung von Kunden, die wegen der Pleite eines Konkurrenten zum örtlichen Platzhirschen zurückkommen und schnellstmöglich zum nächsten Discounter weiterziehen. Das wissen natürlich auch die Kartellbehörden – sie tun trotzdem gut daran, nicht jede Ausrede für bare Münze zu nehmen.

Von Jens Heitmann

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