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Wirtschaft Kein guter Start für Sedran
Nachrichten Wirtschaft Kein guter Start für Sedran
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20:43 08.03.2019
VWN-Chef Thomas Sedran steht unter Druck. Quelle: dpa
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Hannover

Für Thomas Sedran hätte es in Hannover besser losgehen können. Der neue Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge war in Stöcken in der Erwartung empfangen worden, dass sich das Verhältnis zur Konzernführung in Wolfsburg deutlich verbessern würde – ein früherer Chefstratege wie er sollte über gute Drähte zu den Allmächtigen verfügen. Auf die Entscheidungen der Zentrale hat das jedoch keinerlei Einfluss, wie sich nun zeigt: Weil der Vorstand sparen will, muss die neue Generation des Transporters ohne ein komplett batteriegetriebenes Modell auskommen.

Vom Prinzip her ist das nachvollziehbar: Die Nachfrage für einen Multivan als reinen Stromer dürfte überschaubar sein. Dass der Konzern seine Entwickler deshalb lieber an anderen Elektrofahrzeugen tüfteln lässt, die höhere Verkaufszahlen versprechen, lässt sich auch der Belegschaft in Hannover leicht vermitteln. Erstaunlich ist hingegen, dass die Manager diese Logik erst jetzt entdecken – wenige Monate nach dem Abschluss eines Standortvertrages mit dem Betriebsrat, der den Bau eines Elektro-Bullis noch ausdrücklich vorsieht.

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Wer so wenig Weitsicht an den Tag legt, weckt Misstrauen. Was sagt dieser rasche Strategieschwenk über die Haltbarkeit anderer Zusagen aus? Ist es denkbar, dass die Wolfsburger Zentrale auch volumenstärkere Modelle von heute auf morgen streicht? Auf diese Fragen muss Thomas Sedran möglichst schnell überzeugende Antworten finden – am besten schon bis nächsten Dienstag, wenn die Belegschaft zu einer Betriebsversammlung zusammenkommt.

Von Jens Heitmann