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Wirtschaft VW hat dazugelernt
Nachrichten Wirtschaft VW hat dazugelernt
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18:40 03.05.2019
VW-Werk in Wolfsburg: Langfristigen Erfolg stärker entlohnen als kurzfristige Ziele. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Für Politiker gibt es wenige Themen, mit denen sie leichter Sympathiepunkte sammeln können, als Managergehälter. Wer einen Konzern an die Wand fährt, darf nicht auch noch einen Bonus verlangen, heißt es regelmäßig von der Linken bis zur FDP. Wer würde das nicht unterschreiben? Doch man muss schon etwas genauer hinschauen, bevor man auf den Managern herumprügelt, insbesondere im Fall von VW.

Natürlich wirkt es befremdlich, wenn die Chefs ausgerechnet in Krisenzeiten kassieren. Doch das hängt oft mit einer eigentlich sinnvollen Regel zusammen. Aufsichtsräte belohnen mittlerweile den langfristigen Erfolg stärker als kurzfristige Profite – und zahlen deshalb einen großen Teil der Boni erst nach mehreren Jahren aus.

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VW hat Konsequenzen gezogen

Genau dieses System führte VW 2016 ins Dilemma: Der Konzern steckte nach dem Auffliegen des Dieselbetrugs in einer existenziellen Krise, trotzdem standen den Vorständen hohe Boni zu. Darum war das Aufschieben einer Teilzahlung um weitere drei Jahre ein vernünftiger Kompromiss.

Zudem hat der Autobauer Konsequenzen aus der Vergangenheit gezogen. Als einer der ersten Konzerne führte er vor einigen Monaten ein Vergütungssystem ein, mit dem er Boni auch nachträglich zurückfordern kann, wenn das Spitzenpersonal sich nicht an die Regeln hält. Und seit 2017 gibt es in Wolfsburg feste Obergrenzen: Der Vorstandschef verdient maximal 10 Millionen Euro, die übrigen Vorstände höchstens 5,5 Millionen. Damit liegen die Gehälter im Vergleich der Dax-Konzerne in der oberen Hälfte, aber bei Weitem nicht an der Spitze. Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich zum Beispiel verdiente 2018 rund 23 Millionen Euro.

Von Christian Wölbert

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