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Wirtschaft Für die Banken doppelt heikel
Nachrichten Wirtschaft Für die Banken doppelt heikel
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00:15 02.07.2019
Wichtiger Moment für Bauherren: Ein Baukran zieht den Richtkranz in die Höhe. Quelle: Jan Woitas/dpa
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Hannover

Wenn der deutsche Finanzminister für Anleihen keine Zinsen mehr zahlen muss oder sogar noch Geld von den Gläubigern bekommt, kann etwas nicht stimmen. Seit die Notenbanken ihre Schleusen weit geöffnet haben, sinken die Zinsen auf immer absurdere Tiefpunkte. Im vergangenen Herbst war noch die Hoffnung auf eine baldige Wende aufgekommen – inzwischen ist sie wieder zerstoben: Weil die Konjunktur nicht mehr rundläuft, will die Europäische Zentralbank die Märkte erneut mit Geld fluten.

Während die Sparer mitansehen müssen, wie die Inflation ihre Guthaben entwertet, können sich Immobilienkäufer ihren Traum von den eigenen vier Wänden mit ultra niedrigen Darlehenszinsen erfüllen. Ein Ende der Abwärtsspirale ist nicht in Sicht: Solange es für die Banken attraktiver ist, überschüssiges Kapital an ihre Kunden zu verleihen, als Strafzinsen für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank zu bezahlen, können die Bauzinsen weiter sinken. Selbst die Nulllinie muss keine absolute Grenze sein.

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Für die Banken ist es doppelt heikel, wenn das Geld seinen Preis verliert: Zum einen fällt es ihnen immer schwerer, ihre Kosten zu decken – zum anderen ist jetzt eine Generation herangewachsen, die unerwartete Zinsanstiege allenfalls aus Erzählungen der Eltern kennt. Wenn diese Kunden auf einen überhitzten Immobilienmarkt treffen, steigt das Risiko sich zu übernehmen. Auch wenn wenig dafür spricht, dass die Notenbanken ihren Kurs alsbald ändern – in fünf Jahren kann das anders aussehen. Discount-Kredite mit kurzer Laufzeit und geringer Tilgung können dann zu einer Gefahr für die Finanzierung werden.

Von Jens Heitmann