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Wirtschaft Jobs für Arbeitslose: Staat übernimmt volles Gehalt
Nachrichten Wirtschaft Jobs für Arbeitslose: Staat übernimmt volles Gehalt
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21:18 17.12.2018
Je länger jemand erwerbslos ist, desto geringer ist die Chance auf eine Stelle. Lohnzuschüsse des Staates für Firmen, die Langzeitarbeitslose beschäftigen, sollen einen Ausweg schaffen. Quelle: Bernd Wüstnec/dpa
Hannover

Mit einem neuen Gesetz will der Bund Langzeitarbeitslose in Jobs bringen: Von 2019 an übernimmt der Staat zeitweise bis zu 100 Prozent des Lohns, wenn Unternehmen Bewerber einstellen, die seit langer Zeit ohne Arbeit sind. Allein in Niedersachsen sollen im kommenden Jahr 3500 Langzeitarbeitslose dank des neuen Förderprogramms eine Stelle finden. Dieses Ziel hat die Bundesagentur für Arbeit am Montag ausgegeben.

„Betroffene erhalten eine echte, nicht nur kurzfristige Chance auf Teilhabe“, sagte Klaus Oks, Geschäftsführer der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, in Hannover. „Die Vermittler in den Jobcentern haben schon angefangen, mit möglichen Kandidaten über eine geförderte Beschäftigung zu sprechen“, sagte Oks. Einige Firmen hätten schon Interesse gezeigt.

Das sogenannte Teilhabechancengesetz tritt am 1. Januar in Kraft. Die Bundesregierung stellt bis 2022 rund 4 Milliarden Euro für die Förderung bereit. 280 Millionen Euro entfallen auf Niedersachsen. Viele Langzeitarbeitslose hätten ohne Unterstützung keine realistische Chance auf einen regulären Arbeitsplatz, begründete Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) unlängst das neue Gesetz.

Konkret gibt es von Januar an zwei neue Instrumente, mit denen Arbeitsplätze gefördert werden:

Stellt eine Firma jemanden ein, der mindestens zwei Jahre lang arbeitslos war, zahlt die öffentliche Hand im ersten Jahr 75 Prozent und im zweiten 50 Prozent des Gehalts.

Hat jemand sechs Jahre oder länger Hartz IV bezogen, übernehmen die Jobcenter zwei Jahre lang 100  Prozent. Danach sinkt der Zuschuss jährlich um 10 Prozent. Insgesamt bis zu fünf Jahre lang werden die Zuschüsse gezahlt. Gleichzeitig sollen die Teilnehmer von den Jobcentern „gecoacht“ werden, auch Weiterbildung ist möglich.

Nach Ansicht der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) ist das Vorhaben kein Selbstläufer. „Der Anstoß ist richtig, Menschen fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen“, sagte UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller. Die Übernahme von Lohnkosten durch den Staat reiche aber nicht aus. Langzeitarbeitslose müssten sich auch weiterbilden und ihre Motivation wiederfinden. „Es fängt schon damit an, jeden Morgen aufzustehen und pünktlich da zu sein.“

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen begrüßte das Gesetz. „Es ist am Ende für die Gesellschaft günstiger, aktiv Beschäftigung zu fördern anstatt passiv Nichtbeschäftigung zu verwalten“, sagte die Vorsitzende Birgit Eckhardt. Ein klarer Schwerpunkt müsse auf der Weiterbildung liegen. Sonst drohe das Szenario, dass die Menschen nach dem Ende des Förderzeitraums wieder entlassen würden.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in den vergangenen Jahren gesunken – allerdings nicht so stark wie die Erwerbslosigkeit insgesamt. In Niedersachsen hatten im November rund 78 000 Menschen seit über einem Jahr keinen Job und galten damit als langzeitarbeitslos.

Von Christian Wölbert

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