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Nachrichten Wirtschaft Industrie sorgt sich um Energiewende
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21:37 22.04.2012
Der chinesische Gemeinschaftsstand auf der Messe steht auch im Zeichen der Energiewende.
Der chinesische Gemeinschaftsstand auf der Messe steht auch im Zeichen der Energiewende. Quelle: dpa
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Hannover

Das sagte der Präsident des Maschinenbauverbandes VDMA, Thomas Lindner, am Sonntag zur Eröffnung der Hannover Messe. Als Beispiele nannte er den Ausbau der Stromnetze, den künftigen Mix bei den erneuerbaren Energien und die Debatte um die Kraftwerkstandorte. „Solange diese Fragen offen sind, können keine vernünftigen Energieverteilungssysteme entwickelt werden.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch der Verband der Elektroindustrie (ZVEI). „Wir hinken dem Machbaren weit hinterher“, sagte ZVEI-Präsident Friedhelm Loh. „Wenn die Politik ihre Hausaufgaben machen würde, könnte die technologische Umsetzung schon viel weiter sein.“ Die notwendige Technik sei längst vorhanden. „Wir müssen nun zügig vorankommen und in den kommenden zwei Jahren Resultate sehen“, sagte Loh. „Sonst gefährden wir die Versorgungssicherheit in Deutschland und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes.“

Diese Problematik bereitet auch den Maschinenbauern Sorge. Wenn sich Strom im Zuge des Umstiegs auf regenerative Energien zu sehr verteuere, könnte Deutschland seine energieintensiven Industrien verlieren, weil sie dadurch ihrer Produktionsgrundlagen beraubt würden, sagte VDMA-Präsident Lindner. „Wir sollten niemals vergessen: Basis für unsere enorme Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit ist und bleibt das gesamte industrielle Hochleistungsnetzwerk in Deutschland.“ Unverzichtbarer Teil dieser Technologiekette seien auch Unternehmen, die zu den Stromgroßverbrauchern zählen – wie beispielsweise die Hersteller von Stahl, Aluminium und Verbundwerkstoffen. „Wer meint, auf diese verzichten zu können, ist entweder arrogant oder ignorant – wahrscheinlich beides“, sagte Lindner.

Unterdessen empfiehlt eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zur Absicherung der Energiewende neue Anreize für Investoren. Danach sollte der Staat finanzielle Anreize schaffen, damit Kraftwerke auch künftig gebaut werden oder am Netz bleiben.

Hintergrund ist, dass der stark wachsende Anteil von Ökostrom, der laut Gesetz vorrangig ins Netz gespeist wird, den Markt für die übrigen Kraftwerke immer weiter schrumpfen lässt. Es werden aber gerade flexible Anlagen wie etwa Gaskraftwerke gebraucht, um bei Windstille oder bewölktem Himmel die Energieversorgung trotz eines Ausfalls der erneuerbaren Energien zu sichern. Da diese Kraftwerke dann aber nur vergleichsweise kurz laufen, lohnt der Bau kaum.

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