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Wirtschaft „Kultur des Schweigens“ bei Ikea: Mitarbeiter machen Ärger anonym Luft
Nachrichten Wirtschaft „Kultur des Schweigens“ bei Ikea: Mitarbeiter machen Ärger anonym Luft
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15:09 23.05.2019
InEin Schaufenster des multinationalen Einrichtungskonzerns Ikea. Quelle: imago images / PanoramiC
München

Weil er mit den gewohnten Möbelhäusern kaum noch wachsen kann, baut der Ikea-Mutterkonzern Ingka um. Neben dem Ausbau der Online- und Service-Angebote sollen neue innerstädtische Einrichtungshausformate aufgebaut werden, wie das Unternehmen bereits im vergangen Jahr ankündigte.

Die Schweden wollen bis Ende 2020 global bis zu 11.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Gegenzug könnten 7500 der 160 000 bestehenden Jobs bei Ikea wegfallen, vor allem in den global tätigen Abteilungen und in den 30 Landeszentralen. Unter dem Strich würden so rund 4000 neue Jobs hinzukommen.

Dennoch geht die Angst in der Belegeschaft um, dass der eigene Arbeitsplatz in Gefahr ist. Wie der „Stern“ die schwedische Zeitung „Expressen“ zitiert, liegen interne Dokumente aus der Ikea-Zentrale vor, wonach sich die Mitarbeiter auf ihre Stelle neu bewerben müssen. Neben Umschulungen drohten hier auch Entlassungen. Laut „Expressen“ versucht der Möbelkonzern außerdem, mit Abfindungen langjährigen Mitarbeitern den Abschied zu versüßen.

Angestellter berichtet von „Kultur des Schweigens“

Der „Stern“ schreibt, dass zudem der Führungsstil von Peter Kamprad die Gemüter erregt. Er hält nach dem Tod seines Vaters Anfang vergangenen Jahres vollends das Zepter in der Hand. Wie aus Briefen von Mitarbeitern hervorgehe, hat Kamprad aber „nicht das gleiche Gefühl im Umgang mit Personal“.

Auch soll sich sein Charakter von dem seines Vaters stark unterschieden: Ein Manager bezeichnet den Junior als introvertierten Typen, der sich um die Gunst seiner Mitarbeiter bemühe. Allerdings komme er nicht an seinen Vater heran, der „nahezu alle Mitarbeiter mit Namen“ kannte.

Ein Angestellter berichtet demnach sogar von einer „Kultur des Schweigens“, wegen der viele Angst hätten, im falschen Kreis das Falsche zu sagen. Ein anonymes Geschäftsführungsmitglied sagt auch, dass sich zahlreiche Beschäftigte unglücklich seien, nicht wirklich verstünden, was passiert, und sich Sorgen um die Zukunft machen.

Möbelhaus auf grüner Wiese wird zum Auslaufmodel

Ikea wird derzeit durch den Strukturwandel im Handel herausgefordert: Zur anstehenden Umstrukturierung erklärte bereits Ende vergangenen Jahres der Chef des Ikea-Mutterkonzerns, Ingka Jesper Brodin. „Wir stellen fest, dass die Einzelhandelslandschaft sich in einem nie da gewesenen Ausmaß und Tempo verändert.“

Das Möbelhaus auf der grünen Wiese verliert in Deutschland dabei zusehends an Bedeutung. Zwar sind die Besucherzahlen konstant. Seit Jahren wächst bei Ikea Deutschland aber der Online-Umsatz schneller als der im stationären Handel.

Kunden sollen deshalb künftig auch über kleinere Service- und Bestellcenter erreicht werden. „In den kommenden drei Jahren werden wir durch neue Einrichtungshausformate, innerstädtische Präsenzen und ein optimiertes digitales Angebot für unsere Kunden noch zugänglicher und das Einkaufen noch bequemer“, kündigte Ikea-Privatkunden-Manager Tolga Öncü an.

Auf dem deutschen Markt ist Ikea im abgelaufenen Geschäftsjahr noch um 2,8 Prozent auf einen Umsatz von 5 Milliarden Euro gewachsen. Global legten die Umsätze um 4,7 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro zu.

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Von RND/ak

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