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19:50 09.04.2015
Von Jens Heitmann
IHK-Bilanz, Ausbildumgsanerkennung, Olaf Lies, Liliya Marz
Wirtschaftsminister Olaf Lies und Liliya Marz, die ihre Ausbildungsanerkennung von der IHK zeigt. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

„Die Zahlen zeigen, dass wir mit unserer Entscheidung richtigliegen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage am Donnerstag. Die Kammer habe doppelt so viele Anerkennungsverfahren bearbeitet wie im Bundesdurchschnitt.

Zuwanderer, die ihren Beruf im Ausland erlernt haben, können ihren Abschluss seit drei Jahren in Deutschland anerkennen lassen. Im Jahr 2013 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - wurden bundesweit knapp 11 900 dieser Zeugnisse als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig zu einer in Deutschland erworbenen Qualifikation anerkannt, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die mit Abstand größte Gruppe kam aus dem Bereich Gesundheit: Aus dieser Berufsgruppe stammten allein 9888 der positiv beschiedenen Anträge, darunter 6030 von Ärzten.

Das große Interesse aus dem Bereich Medizin spürt auch die IHK Hannover: Von den knapp 3100 Erstberatungen in den vergangenen drei Jahren ging es in knapp der Hälfte der Gespräche um die Anerkennung von Hochschulabschlüssen - und hier meist von Ärzten. Für diese Fälle ist die IHK jedoch nicht zuständig - und leitet die Interessenten an die entsprechenden Stellen weiter.

Jede sechste Beratung aber führte zu einem positiven Bescheid. Gestern hat Landeswirtschaftsminister Olaf Lies die 500. Anerkennung an Liliya Marz überreicht. Die Ausbildung der gebürtigen Kasachin entspreche dem Beruf der Groß- und Außenhandelskauffrau, sagte der SPD-Politiker. Das Land sei darauf angewiesen, ausländische Qualifikationen anzuerkennen. Das gebiete zum einen die Wertschätzung gegenüber den Zuwanderern, zum anderen helfe es, angesichts des Fachkräftemangels den Wohlstand des Landes zu sichern.

Unter den Top 10 der anerkannten Berufsabschlüsse belegen Kaufleute Platz zwei, mehr positive Bescheide bekamen nur Elektroanlagenmonteure. Zuwanderer aus Polen, der Türkei und Russland haben das größte Interesse, ihre Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Die anderen IHK überlassen die Anerkennungsverfahren einer Zentralstelle in Nürnberg. Von dieser Praxis habe man sich vor zwei Jahren bewusst verabschiedet, sagte der hannoversche Hauptgeschäftsführer Schrage. Ansprechpartner vor Ort könnten auf die individuellen Lebensläufe der Aspiranten besser eingehen.

Das Modell weckt auch beim Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertag (NIHK) Interesse. „Hannover macht das vorbildlich“, sagte Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt. Man werde die weitere Entwicklung bei der Nürnberger Zentralstelle aufmerksam beobachten.

Im NIHK sind die übrigen fünf niedersächsischen Kammern vertreten. Es gebe Stimmen, die in diesem Punkt für eine engere Kooperation mit Hannover plädierten, hieß es vonseiten einzelner Kammern.

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