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Wirtschaft Handwerk kommt gut durch die Krise
Nachrichten Wirtschaft Handwerk kommt gut durch die Krise
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20:35 09.10.2009
Von Helmuth Klausing
Vergleichsweise unbeschadet sind die Betriebe des Handwerkskammerbezirks Hannover durch die Krise gekommen.
Vergleichsweise unbeschadet sind die Betriebe des Handwerkskammerbezirks Hannover durch die Krise gekommen. Quelle: ddp
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Wie es aber 2010 weitergehe, dafür wagte er keine Prognose.

Die Kammer erhebt ihren eigenen Geschäftsklimaindex und stellt erstaunt fest: Die Handwerker des Bezirks beurteilten die Geschäftsentwicklung mit 51,5 Punkten nur um 5,5 Indexpunkte schlechter als vor einem Jahr zur selben Zeit. „Die pessimistischen Prognosen des Frühjahrs sind nicht eingetroffen“, räumte Ernsting ein. Allerdings berichteten knapp 30 Prozent der Betriebe über weniger Aufträge und Umsätze.

Sichtlich erfreut hielt Ernsting einen dicken Ordner mit niedersächsischen Baumaßnahmen aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung in die Höhe. „Das ist ein schönes Auftragsbuch“, sagte er. „Alles auf einmal kann man gar nicht wuppen.“ Die Aufträge seien eine Herausforderung, aber sie würden abgearbeitet. Das Bauhandwerk profitiere besonders davon, das Konjunkturprogramm habe die Branche vor dem Absturz bewahrt. Ähnlich sehe es im Ausbauhandwerk aus. Ernsting mahnte mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin bereits Förderprogramme für die energetische Sanierung von Privathäusern an. Das könnte den drohenden Einbruch nach dem Ende der Konjunkturpakete und dem Auftragsboom der öffentlichen Hand bremsen.

Wenig von der Krise bekomme derzeit auch das Nahrungsmittelhandwerk (Bäcker, Konditoren, Fleischer) mit. Am Essen sparten viele Menschen eben zuletzt. Im Kammerbezirk meldeten 7 Prozent der Betriebe sogar steigende Umsätze. „Heftig gebeutelt“ habe es hingegen die Betriebe für den gewerblichen Bedarf (Metallbauer, Informationstechniker, Elektromaschinenbauer und andere), sagte Ernsting. Der Einbruch im Maschinenbau und beim Export insgesamt schlügen sich dort im Handwerk nieder. 35 Prozent der Betriebe meldeten ein Umsatzminus. Lange Gesichter auch im Kraftfahrzeughandwerk: Zwar seien noch positive Effekte der Abwrackprämie zu spüren, doch zugleich gehe bereits das Reparatur- und Wartungsgeschäft aus demselben Grund zurück. Die Folge: weniger Umsatz in 56 Prozent der Betriebe.

Im Vergleich der bundesweit 53 Handwerkskammern sieht Ernsting Hannover unter den Gewinnern: „Wir stehen nicht schlecht da, wir gehören zu den fünf Kammern mit positiven Ausbildungszahlen.“ Während es im Norden Bezirke gebe, die auch noch besser durch die Krise gekommen seien, habe es vor allem im Süden „mehr gekracht“.