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Wirtschaft Preisdruck erzwingt Großfusion
Nachrichten Wirtschaft Preisdruck erzwingt Großfusion
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22:22 17.11.2014
Qualitätskontrolle bei Baker Hughes in Celle. Das Unternehmen beschäftigt an dem niedersächsischen Standort rund 1550 Experten für Bohr- und Messsysteme.
Qualitätskontrolle bei Baker Hughes in Celle. Das Unternehmen beschäftigt an dem niedersächsischen Standort rund 1550 Experten für Bohr- und Messsysteme.
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Celle

Am Montag gaben die beiden Unternehmen eine entsprechende Einigung bekannt. Halliburton bietet 78,62 Dollar je Baker-Aktie. Spitzenmanager beider Firmen sprachen von einer „erheblichen Prämie“ für die Aktionäre.

Die Einigung war eine zähe Angelegenheit, bei der zuletzt die Fetzen flogen. Wochenlang hatten die Manager verhandelt, noch am Wochenende drohte die Lage zu eskalieren. Baker-Chef Martin Craighead griff seinen Halliburton-Kollegen Dave Lesar scharf an und bezeichnete dessen Vorgehen als „vollkommen unangemessen“. Nachdem eine erste Kaufofferte abgelehnt worden war, hatte Halliburton mit einer feindlichen Übernahme gedroht und das gesamte Baker-Management austauschen wollen.

Auch wenn diese Vorgeschichte daran zweifeln lässt, ob das Geschäft unter guten Vorzeichen steht, gaben sich die Topmanager am Ende zufrieden: „Gemeinsam mit den Leuten von Baker Hughes werden wir ein Team aufstellen, das die Fusion so nahtlos, effizient und produktiv wie möglich macht“, sagte Lesar. „Durch den Zusammenschluss werden wir eine neue Welt der Möglichkeiten schaffen, um mit neuen Technologien für unsere Kunden voranzukommen“, erklärte Craighead.

Durch die Fusion der Nummer zwei und drei unter den Ölförderdienstleistern in den USA brächten es die Firmen zusammen auf mehr als 136 000 Mitarbeiter. Sie sind weltweit in mehr als 80 Ländern vertreten. Der gemeinsame Umsatz hätte im vergangenen Jahr bei knapp 60 Milliarden Dollar gelegen. Die Fusion soll Sparpotenziale von fast 2 Milliarden Dollar pro Jahr erschließen. Der amerikanische Branchenführer Schlumberger hätte allerdings weiterhin deutlich die Nase vorn.

Der Zusammenschluss erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven Ölpreisverfalls, der es der US-Energiebranche derzeit erschwert, profitabel zu produzieren. Seit Sommer hat sich Rohöl um etwa 25 Prozent verbilligt. Als Hauptursache gilt der Schieferölboom in den Vereinigten Staaten. Das Fracking, bei dem tief liegende Gesteinsschichten angebohrt werden und das dort lagernde Schiefergas und -öl mithilfe von Chemikalien gelöst wird, hat die USA auf Augenhöhe mit dem bisher weltgrößten Förderland Saudi-Arabien gebracht.

Die Saudis versuchten zuletzt, ihre Marktanteile mit Preisnachlässen für amerikanische Kunden zu verteidigen. Dadurch könnten die Ölpreise unter die Produktionskosten der US-Förderindustrie gesenkt werden. Das Fracking ist vergleichsweise teuer und rentiert sich bei zu niedrigen Ölpreisen für viele Firmen nicht mehr.

Von Hannes Breustedt

Celle – im Zentrum der Fusion

„Das Houston Europas“: Auf ihrer Internetseite zieht die Stadt Celle Parallelen zur texanischen Metropole – und liegt damit nicht ganz falsch. Rund zwei Dutzend Unternehmen befassen sich mit der Suche nach Öl und Gas. Rechnet man alle Beschäftigten vom Maschinenbauer bis zum Bohrmeisterschüler zusammen, summiert sich die Zahl der Mitarbeiter auf 8500. Baker Hughes unterhält in Celle sein Technologiezentrum für Bohr- und Messsysteme und Geothermie mit 1550 Beschäftigten. Erst kürzlich hat der Konzern am Standort das für 10 Millionen Euro geschaffene Zentrum für Hochleistungselektronik eröffnet. Die Stadt ist auch der Sitz der Europa-Zentrale von Halliburton mit 235 Mitarbeitern; dort werden auch Fördervorrichtungen bereitgehalten.

jen

Lars Ruzic 17.11.2014
17.11.2014