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Wirtschaft Girogo soll Kleingeld ablösen
Nachrichten Wirtschaft Girogo soll Kleingeld ablösen
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19:09 17.04.2012
Von Albrecht Scheuermann
Quelle: dpa
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Hannover

Die neuen Bankkarten sehen aus wie die alten, doch der integrierte neue Chip ermöglicht das kontaktlose Bezahlen von Kleinbeträgen an der Ladenkasse. Er soll also das Kleingeld im Portemonnaie ersetzen. Jetzt wird das System in der Region Hannover-Braunschweig-Hildesheim getestet. Hinter dem Projekt stehen Banken und Sparkassen sowie Handelsunternehmen. Wolfgang Adamiok vom Deutschen Sparkassenverband ist davon überzeugt, dass es diesmal klappt. „Die Technik ist heute besser und schneller, zudem gibt es mehr Auflademöglichkeiten“, sagte er am Dienstag in Hannover.

Das elektronische Portemonnaie auf der Bankkarte kann an Geldausgabeautomaten, aber auch an ec-Kassen im Handel oder sogar am heimischen PC aufgeladen werden, wenn ein Kartenlesegerät installiert ist. Später soll auch die Aufladung über das Handy möglich sein. Auch automatisches „Abo-Aufladen“ ist möglich. Maximal können 200 Euro auf der Karte deponiert werden.

Der höchste Zahlbetrag liegt bei 20 Euro. Das Besondere an girogo: Der Kunde muss die Karte nicht in ein Lesegerät schieben. Es reicht vielmehr, das Plastikteil an ein spezielles Lesegerät zu halten. Die Eingabe einer PIN ist nicht nötig. Die Karte ist also nicht gegen Missbrauch geschützt, wenn sie in fremde Hände gerät. Das Risiko ist jedoch auf den jeweils geladenen Betrag begrenzt.

Zu den Unternehmen, die den Test des neuen Prepaid-Systems in der Region unterstützen, gehören unter anderem die Drogeriemarktkette dm, der Lebensmittelhändler Edeka, Esso-Tankstellen und der Autobahn-Toilettenbetreiber sanifair. Peter Lämmert, Geschäftsführer bei Edeka Minden-Hannover, sieht nicht nur Vorteile für Kunden, weil sich mit der Karte einfacher und schneller bezahlen lässt. „Wir erhoffen uns Erleichterungen in der Bargeldversorgung.“ Das Bereithalten und Verwalten von Bargeld ist für Handelsunternehmen auch ein Kostenfaktor. Zwar ist girogo für die Händler nicht kostenlos, aber im Vergleich zu anderen Bezahlformen günstig: Bis 5 Euro wird von der Bank ein Cent von der Rechnung abgezogen, bis 10 Euro sind es 2 Cent, bei größeren Beträgen bis zum Maximum von 20 Euro werden 3 Cent fällig.

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