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Wirtschaft General Motors vor der Insolvenz?
Nachrichten Wirtschaft General Motors vor der Insolvenz?
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23:04 13.04.2009
Quelle: Jeff Haynes/afp
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In den USA hat GM bis zum 1. Juni Zeit, den Konzern zu restrukturieren oder einen Insolvenzantrag zu stellen. Was eine Insolvenz für Opel bedeutet, ist noch unklar. Der Eisenacher Opel-Betriebsratschef Harald Lieske versicherte allerdings, dass es keine unmittelbare Auswirkung auf Opel durch einen möglichen Konkurs der Mutter gebe.

Laut „New York Times“ muss General Motors bis zum 1. Juni seine Vorbereitungen für einen Insolvenzantrag abgeschlossen haben. Das fordere das Finanzministerium. Falls sich der einstmals größte Autobauer der Welt bis dahin nicht mit seinen Anleihebesitzern über den Tausch von Schulden von etwa 28 Billionen Dollar in Firmenanteile einigen könne und es nicht zur Klärung von Fragen mit den Gewerkschaften gekommen sei, werde der Antrag gestellt. Der Zeitung zufolge gab es keine Kommentare bezüglich des Berichts von General Motors wie auch vom Finanzministerium. GM hat in den USA bereits insgesamt 13,4 Milliarden Dollar an Staatshilfen erhalten und fordert jetzt weitere 16,6 Milliarden Dollar, um die Liquidität sicherstellen zu können.

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Opel gehört zum gesunden Teil des Unternehmens“, betonte Lieske im MDR 1 Radio Thüringen. „Wir haben die rechtliche Auffassung, dass dieser sogenannte chirurgische Bankrott keine unmittelbaren Auswirkungen auf uns hat“, sagte er weiter.

In Deutschland geht unterdessen die Suche nach einem Investor weiter. Dabei wie auch bei den Verhandlungen mit den USA soll künftig ein vergrößertes Verhandlungsteam der Bundesregierung helfen. Allerdings sind sich Vertreter der Regierung bisher uneins darüber, ob zu den möglichen Maßnahmen letztendlich auch ein Staatseinstieg gehören könnte.

Während SPD-Chef Franz Müntefering sagte, der Staat könne sich auf lange Sicht einer direkten Beteiligung nicht verweigern, lehnt Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) genau dies weiter ab. Zumindest der Bund werde sich nicht direkt an Opel beteiligen, sagte de Maizière der „Sächsischen Zeitung“ (Sonnabendausgabe). Müntefering sagte in der „Bild am Sonntag“, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde es nicht durchhalten, eine Staatsbeteiligung an Opel zu verweigern, wenn dies die einzige Möglichkeit zur Rettung des Unternehmens bedeute. Dafür gehe es um zu viele Arbeitsplätze. Merkel müsse außerdem an die Ministerpräsidenten der Opel-Standorte in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz denken.

Auch wenn ein privater Investor für Opel gefunden worden sei, könne es notwendig sein, dass mindestens für eine Übergangszeit der Staat bei Opel helfe, sagte Müntefering weiter. Der stellvertretende Vorsitzende der Linke-Fraktion, Bodo Ramelow, erklärte, dass die Bundesregierung die Entwicklung von Opel zur eigenständigen europäischen Firma aktiv mit Hilfe einer Beteiligung, zumindest aber Bürgschaft, so lange begleiten müsse, bis ein langfristiger Investor gefunden sei. De Maizière hingegen betonte, der Staat helfe bei der Investorensuche, steige aber selbst nicht direkt ein. Der Einstieg durch Investoren könne dann mit Bundesbürgschaften gestützt werden. Opel beschäftigt in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern rund 25.000 Menschen.

ddp