Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Wirtschaft Geld verdienen mit Ausschüttungen: So funktionieren Dividenden
Nachrichten Wirtschaft Geld verdienen mit Ausschüttungen: So funktionieren Dividenden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 03.05.2019
Aufmarsch der Aktionäre: Regelmäßig im Frühjahr laden zahlreiche Aktiengesellschaften ihre Eigentümer zur Hauptversammlung. Quelle: Foto: Christian Charisius/Dpa
Stuttgart

Einmal im Jahr kommen Aktionäre in den Genuss von Dividenden. Denn ab Frühjahr beteiligen viele Aktiengesellschaften ihre Eigentümer an den Gewinnen des Vorjahres. Und 2019 war erneut ein Rekordjahr, was die Ausschüttungen an Anteilseigner anbelangt.

Aber hat man als Aktionär Anspruch auf eine Dividende? Wichtige Fragen und Antworten.

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre ausgezahlt wird. Neben den Kursgewinnen ist sie für Anleger eine wichtige Renditequelle. „Die Dividende trug in der Vergangenheit rund 40 Prozent zur Gesamtrendite von Aktien bei“, erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Während Kurse der Aktien deutlich schwankten, verändert sich die Höhe der Dividenden bei einer breit gestreuten Anlage wie etwa einem weltweiten ETF kaum.“

Gibt es einen Anspruch auf eine Dividende?

Nein, Aktionäre haben keinen Anspruch auf die Ausschüttung. Aus Sicht der Unternehmensleitung kann es sinnvoller sein, die Gewinne in neue Märkte, Übernahmen oder die Forschung zu investieren. Zudem sei es in einigen Branchen nicht üblich, Dividenden zu zahlen, sagt Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest.

Lesen Sie auch

Die Deutschen sind so reich wie nie

„In der US-Internetbranche bekommen weder die Aktionäre von Amazon noch die von Facebook eine Dividende.“ Manchmal ist es auch so, dass das Unternehmen gar keinen Gewinn gemacht hat, den es ausschütten kann. Als Eigentümer muss der Aktionär auch damit leben können. Mitunter werden Dividenden in schlechten Zeiten auch gekürzt.

Wann und wie wird die Dividende ausgezahlt?

Die Dividende wird spätestens am dritten Tag nach der Hauptversammlung an die Aktionäre ausgeschüttet. Normalerweise macht der Vorstand des Unternehmens einen Dividendenvorschlag, dem die Aktionäre in den meisten Fällen zustimmen. Für gewöhnlich wird die Dividende jährlich auf das Konto des Aktionärs überwiesen. Es gibt allerdings auch Unternehmen, die jedes Quartal eine Dividende auszahlen. Zudem gibt es Sach- und sogenannte Stockdividenden. Letzteres bedeutet, dass es zusätzliche Aktien seitens des Unternehmens gibt. „In Deutschland ist das aber kein übliches Modell“, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Das Gleiche gilt für die Sachdividende. In einem solchen Fall wird ein Sachwert ausgeschüttet.

Warum Abschläge normal sind

Aktiengesellschaften in Deutschland schütten in diesem Jahr so viel Dividende aus wie noch nie zuvor. Voraussichtlich 57 Milliarden Euro fließen 2019 an die Aktionäre. Damit wird die bisherige Bestmarke von 2018 um 6,6 Prozent übertroffen, wie die Dividendenstudie der FOM- Hochschule und der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) zeigt.

Interessant zu beobachten: Nach der Zahlung der Dividende sinkt häufig der Kurs der Aktie. Der Grund ist einfach: Das jeweilige Papier wird nach der Ausschüttung „ex Dividende“ gehandelt, erklärt die DSW. Das bedeutet, die Höhe der Dividende ist vom Aktienwert abgezogen worden. Es lohnt sich aus diesem Grund auch nicht, einen Tag vor der Dividendenzahlung die Aktie zu kaufen und nach der Auszahlung wieder zu verkaufen.

Ein Beispiel: Der Aktienkurs liegt bei 40 Euro. Die Dividende pro Aktie liegt bei 1,50 Euro. Dann sinkt der Kurs nach der Ausschüttung auf 38,50 Euro. Wenn die Geschäftsaussichten für das Unternehmen aber gut sind, sind die Abschläge in der Regel schnell wieder aufgeholt.

Muss die Dividende versteuert werden?

Ja, Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer. „Die Bank zieht 25 Prozent plus Solidaritätsbeitrag und eventuell Kirchensteuer von der Ausschüttung ab“, erklärt Aulitzky. Ein Freistellungsauftrag schützt jeden Anleger bis zu einem Betrag von 801 Euro vor dem Zugriff des Fiskus. Bei ausländischen Aktien wird meistens noch eine Quellensteuer abgezogen. Die können Anleger sich in der Regel zwar zurückholen, doch das ist oft mühsam.

Lohnt sich die Dividendenstrategie?

Das kommt darauf an. Bei einigen Aktionären ist die Dividendenstrategie beliebt. Dabei investieren Anleger in Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Eine gute Rendite kann aber auch durch einen schlechten Aktienkurs zustande kommen. Wer nur auf Dividendenwerte setzt, muss manche Branchen außen vor lassen. Am besten ist es, neben einem Basisinvestment in einen weltweit streuenden Fonds einen Teil in dividendenstarke Aktien oder Fonds zu investieren.

Von RND/dpa