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Wirtschaft DEA und Wintershall streichen Jobs in Niedersachsen
Nachrichten Wirtschaft DEA und Wintershall streichen Jobs in Niedersachsen
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00:24 24.02.2019
DEA-Plattform im Wattenmeer: Das Unternehmen gehört dem russischen Oligarchen Michail Fridman. Quelle: Foto: DEA
Hannover

Die deutschen Öl- und Gaskonzerne DEA und Wintershall wollen im Zuge ihrer Fusion rund 1000 von weltweit insgesamt 4200 Arbeitsplätzen streichen. Davon entfielen 800 auf Deutschland und 200 auf Norwegen, erklärten die Unternehmen am Donnerstag. Niedersachsen ist von den Plänen stark betroffen: DEA will seinen Standort in Wietze nördlich von Hannover schließen; Wintershall will in Barnstorf im Kreis Diepholz zahlreiche Stellen abbauen.

In Wietze betreibt DEA ein Labor, lagert Bohrkerne und verwaltet Bohraktivitäten. Das Labor und das Bohrkernlager sollen nach Barnstorf umziehen. Ob die aktuell rund 50 Mitarbeiter in Wietze an andere Standorte wechseln können, konnte DEA am Donnerstag nicht sagen. Zunächst müsse man die Fusion und die Verhandlungen mit dem Betriebsrat abschließen, erklärte ein Firmensprecher.

In Barnstorf beschäftigt Wintershall aktuell 280 Mitarbeiter. Künftig sollen es „nach Verlagerung der Verwaltungsaktivitäten nach Hamburg und Personalanpassungen“ nur noch rund 100 sein, erklärte das Unternehmen. Aber auch an den Konzernzentralen von DEA in Hamburg und Wintershall in Kassel sollen viele Jobs wegfallen. Beide Firmen versprechen, dass sie frühestens ab Ende Juni 2020 betriebsbedingte Kündigungen aussprechen oder Standorte schließen.

Gewerkschaft: „Pläne sprengen jeden Rahmen“

Die Gewerkschaft IG BCE kritisierte die Pläne als überzogen. „In ihrem Ehrgeiz, das neue Unternehmen hübsch für den Börsengang zu machen, sind die Vorstände um Längen übers Ziel hinausgeschossen“, sagte Michael Winkler, der für die IG BCE im Aufsichtsrat der Wintershall sitzt.

Wintershall und DEA wollten den Stellenabbau binnen 18 Monaten durchziehen. „Das wäre ohne betriebsbedingte Kündigungen gar nicht machbar“, warnte Winkler. Diese seien jedoch durch eine Vereinbarung bis Mitte 2020 ausgeschlossen. Die Arbeitgeber hätten sogar zugesichert, die Garantie länger wirken zu lassen. „Das Management wird die über Jahrzehnte gepflegte Sozialpartnerschaft in beiden Unternehmen nicht einfach über Bord werfen können“, betonte der Gewerkschafter.

Fördermenge soll steigen

Winterhall und DEA hatten im vergangenen September ihre Fusion besiegelt und erwarten den Abschluss des Prozesses im ersten Halbjahr 2019. Damit entsteht einer der größten Öl- und Gasproduzenten Europas. Er wird zunächst zu 67 Prozent zu BASF und zu 33 Prozent zu Letter One gehören, einer Dachgesellschaft des russischen Oligarchen Michail Fridman. Später steigt der BASF-Anteil auf 72,7 Prozent.

Das neue Unternehmen will die Öl- und Gasproduktion bis 2023 um 40 Prozent von 575 000 auf 800 000 Barrel Öläquivalent steigern und 200 Millionen Euro pro Jahr bei Betrieb, Investitionen und Personal einsparen.

Wiege der Ölindustrie

In Wietze begann die Geschichte der Erdölindustrie – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Hier bohrte der Geologe Konrad Hunäus schon 1859 erfolgreich nach Öl, kurz vor den Texanern. Vor dem ersten Weltkrieg lieferte Wietze den Großteil der deutschen Erdölproduktion. In den 60er-Jahren wurde die Förderung eingestellt, weil sie im Vergleich zu anderen Lagerstätten zu teuer wurde. Im Kreis Celle und in der Region Hannover produzieren aber weiterhin viele Unternehmen Ausrüstung für die Ölindustrie.

Von Christian Wölbert und Eckart Gienke

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