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Wirtschaft Führungsstreit bei ZF eskaliert
Nachrichten Wirtschaft Führungsstreit bei ZF eskaliert
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00:18 07.12.2017
Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG, kämpft offenbar um seinen Job. Quelle: dpa
Friedrichshafen/Hannover

 Beim weltweit drittgrößten Autozulieferer ZF Friedrichshafen spitzt sich der Streit um die künftige Strategie zu.  Nach dem Abschied des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Giorgio Behr steht offenbar auch Vorstandschef Stefan Sommer vor dem Aus. Die Eigentümer des Konzerns - allen voran die Stadt Friedrichshafen – wollen dem Vernehmen nach weitere teure Zukäufe verhindern und dringen auf eine höhere Dividende.

Die 1915 am Bodensee gegründete Zahnradfafrik (ZF) ist ein Spezialist für Getriebe. Ursprünglich rüstete das Unternehmen die Luftschiffe von Zeppelin aus, später kamen Boote und Fahrzeuge hinzu. Heute versteht sich ZF mit 137.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt rund 35 Milliarden Euro als Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik. In Niedersachsen ist ZF seit der Übernahme der Lemförder Metallwaren AG mit vier Werken und 3700 Mitarbeitern rund um den Dümmer See vertreten.

Dass die Stadt Friedrichshafen  den Kurs des Konzerns bestimmen kann, verdankt sie dem Grafen Zeppelin:  Dieser hatte früh verfügt, dass die nach ihm benannte Stiftung als ZF-Mehrheitseigentümerin auf die Kommune übergehen sollte, sobald sie ihren Zweck – den Bau von Luftschiffen – nicht länger erfüllen konnte. Heute liegen 93,8 Prozent der ZF-Anteile bei der Zeppelin-Stiftung, die von der Stadt verwaltet wird, die verbleibenden 6,2 Prozent hält die Ulderup-Stiftung in Lemförde.

Der Streit zwischen Vorstandschef und Stadt gärt schon länger  – eskaliert ist er seit Sommer dieses Jahres. Nach der rund 12 Milliarden Euro schweren Übernahme des US-Zulieferers TRW im Frühjahr 2016 wollte Sommer nur ein Jahr später den belgischen Konkurrenten Wabco kaufen.  Diesem Plan hat sich Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand im Aufsichtsrat vehement widersetzt. Außerdem fordert er eine Anhebung der Dividende auf 18 Prozent des Nachsteuergewinns, für 2016 wäre das mit 145 Millionen Euro fast auf eine Verdreifachung der Ausschüttungssumme hinausgelaufen. Sommer gefällt beides nicht: Der Vorstandschef hat in der örtlichen Presse  Eingriffe der Lokalpolitik in die operative Unternehmensführung moniert und gefordert, das  „tun zu dürfen, was für das Unternehmen richtig und notwendig ist". 

Am Montag hat der Aufsichtsrat zunächst einen Nachfolger für Behr nominiert. Die Wahl fiel auf den früheren Audi-Chef Franz-Josef Paefgen, der dem Gremium seit 2008 angehört. „Es ist wichtig, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt und wir uns auf das Geschäft und den anstehenden Transformationsprozess in der Automobilindustrie konzentrieren“, erklärte der 71-Jährige.

Von Jens Heitmann

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